Die Formung der Cakes in Indien ist ein ziemlich umständlicher Prozeß. Zunächst wird in eine metallene Hohlhalbkugel eine Schicht von Mohnblumenblättern gebracht, die mit Lewah und Pussewah, d. h. dem bei der Bereitung erhaltenen Waschwasser zusammengeklebt wurden. Ist die Blattschicht dicht genug, so drückt man das weiche, durch Mischen auf einen bestimmten Gehalt gebrachte Opium in die Halbkugel ein und vereinigt dann zwei solche Halbkugeln. Die Cakes, die c. 2 kg wiegen, sind also von einer dicken Blatthülle umgebene Kugeln.
Noch umständlicher ist die Darstellung des Rauchopiums.
Fig. 138.
Situahs (scoops) in Indien zum Abkratzen der eingetrockneten Milchsafttropfen von den verwundeten Mohnkapseln benutzt.
[Tschirch phot.]
Eine sehr merkwürdige Behandlung, die sog. «Kristallisation», erfahren die vom «Serrapiero» aus den aufgeschlagenen Früchten herausgelösten und dann getrockneten Tonkosamen. «Man füllt die ‚Bohnen‘ in Fässer von 300 Liter Inhalt bis ungefähr ein Fuß unter den Rand, dann füllt man das Faß mit Rum und bedeckt es mit Sackleinewand. Nach 24 Stunden zieht man den Rum, der nicht absorbiert ist, wieder ab und trocknet die Bohnen an der Luft. Wenn die Bohnen die Fässer verlassen, sind sie fast schwarz und aufgeblasen und wenn sie getrocknet sind, sieht man auf ihrer Oberfläche weiße glänzende Kristalle» (von Cumarin).
Eine besondere Behandlung erfahren die Guaranasamen, die mit heißem Wasser zu einem Brei zerquetscht werden. Ebenso wird Curare und Haschisch erst durch eine nachträgliche Behandlung und unter Zusatz verschiedenster Substanzen erhalten.
Ganz anders sind dann wieder die Methoden, die bei der Darstellung der Stärkedrogen benutzt werden. Hier wird das stärkehaltige Gewebe entweder herausgekratzt, dann in einen Spitzbeutel getan, mit Wasser ausgewaschen und die Milch in einer Rinne entlang geführt, in der sich die Stärke allmählich absetzt (Sagomehl) oder die stärkeführenden Organe werden erst zerquetscht, dann der Brei ausgewaschen, die Milch sedimentieren gelassen und das Sediment getrocknet oder gekörnt (Tapioca, [Fig. 140]–[143]). Da die Körnelung oft über leichtem Feuer erfolgt, findet eine geringe Verkleisterung statt (Sago).
Bisweilen geht dem Auswaschen der zerquetschten Organe eine gelinde Gärung voraus (Triticum).
Fig. 139.
Bereitung des Sagomehls auf den Key-Inseln bei Neu-Guinea.
Rechts sieht man zwei Eingeborne, der linke gießt Wasser auf und zerklopft das Mark der Sagopalme mit einem Stock, der rechte rührt die Masse auf dem durch den gebogenen Stab straff gehaltenem Siebe um, so daß ein gleichmäßiger Strom der Stärkemilch in die an den Bambustäben aufgehängte, aus einem aufgespaltenen und ausgehöhlten Sagopalmstamme bestehende Rinne fließt. In ihr setzt sich die Stärke zu Boden. Rechts das ausgewaschene «Mark».
[Warburg phot. Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]