Oft wird auch erst hier in den Ausfuhrhäfen der Droge die definitive Packung gegeben, wie z. B. in Smyrna dem Opium, in Singapore der Guttapercha und dem Cutch (Catechu). Bisweilen wird die Droge in den Dockhallen noch besonders zugerichtet. So sah ich in Singapore große Pressen, die das weiche Rohcatechu zu Blöcken preßten, in Colombo hydraulische Pressen, die aus den Chips und Shavings der Chinarinden feste, oft steinharte Ballen formten ([S. 142]), was besonders deshalb geschieht, weil die Dampferlinien bei allen Waren, außer bei den Metallen, den Frachtpreis nicht nach dem Gewicht, sondern nach dem Kubikinhalt berechnen.
Von den Dockhallen der Ausfuhrhäfen gelangt nun die Droge auf die Leichter und von diesen auf die Überseedampfer, die sie nach Europa oder Amerika führen [Fig. 249]–[252]).
Riesige Neger oder Tamils rudern mit vielem Geschrei die flachen Leichterschiffe, bei offener Reede oft durch die Brandung hindurch, an die haushoch über die Wasserfläche emporragenden Riesendampfer. An rasselnder Kette fliegen die Ballen zu schwindelnder Höhe empor, um in dem nimmer satten Bauche des gewaltigen Schiffes zu verschwinden, in dem sich Kisten auf Kisten, Ballen auf Ballen, Fässer auf Fässer türmen. Dann ertönt das nebelhornartige Geheul der Dampfpfeife, die Anker rasseln empor und der Dampfer stellt seinen Kiel europawärts.
Das Einladen in die Leichter ist jedoch nicht immer ganz leicht. Besonders dort, wo eine lebhafte Brandung ansteht, wie in vielen Häfen Westafrikas, in Madras u. a. hat man mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Hier werden die Güter oft auf eine ganz eigenartige Weise durch die Brandung bugsiert ([Fig. 254]).
Die Bedeutung der Haupthandelshäfen der Welt geht aus folgender Übersicht hervor, die den jährlichen Gesamt-Ausgangs- und Eingangsverkehr in Tonnen angibt:
| Hongkong | 19204889 t | (1903) |
| London | 18639159 t | (1904) |
| Antwerpen | 18139184 t | (1903) |
| New York | 17900168 t | (1903) |
| Hamburg | 16466639 t | (1903) |
| Liverpool | 14716790 t | (1904) |
| Rotterdam | 13597819 t | (1903) |
Die Einfuhr zur See nach Hamburg betrug:
| 1905: | 10380775 t | 121021857 dz netto = ℔ 2886317370 |
| 1906: | 11039069 t | 127511512 dz netto = ℔ 3215195980, |
ist also in starker Zunahme begriffen.