In Rußland wird oft nach Pud = 16.38 kg gerechnet, in Persien nach Man-i-Schah = 5.87 kg. Der marokkanische Kintar ist = 50.8 kg, der kleinasiatische Bahar = 83.5 kg.
Kin oder King (chines.) ist = 16 Liang oder = 601.28 g (japan.) amtlich = 10 Rió = ¹⁄₁₀₀ Picul = 601.04 g, aber im Binnenverkehr vielfach bis 592.59 g herab. Auf den Philippinen ist Cate = 632.685 g, in Niederländ. Indien = 615.21 g. In Singapur, Penang und Malakka verhält sich das malaiische Kin zum chinesischen wie 15 : 16. Die englische Bezeichnung für Kin lautet Catty.
Der chinesische sching ist = 10.31 Liter, der japanische schingsho = 1.81 Liter.
Die persischen Gewichte sind sehr eigenartig. 1 Miskâl = 4.6 g = 24 Nukhûd (= Kichererbse) = 0.192 g, 1 Nukhûd = 4 Gändum (= Weizenkorn) = 0.048 g. Batmän oder Män ist sehr verschieden. Es gibt 18 verschiedene von 2.9 bis 52.9 kg. Das kleine Män = 2.944 kg = Män i Täbrîz = 8 Abbâsî = 640 Miskâl. Män i Noh Abbâsî = 9 Abbâsî = 720 Miskâl = 3.312 kg. Das große Män = 13.8 kg. Das eigentliche Män i Täbrîz = 1000 Miskâl = 5.750 kg. 1 Klein Batmän = 4 Tshehârjāk, 1 Tshehârjāk = 10 Sîr, 1 Sîr = 16 Miskâl. In Fârs ist eine Kiste (z. B. beim Indigo) = 20 Män i Noh Abbâsî. Rosenwasser wird in großen Flaschen Kärrâbäh (= 13.6 Liter) gehandelt.
In Afghanistan rechnet man nach Mahn = 4.18 kg und Arschin = 1.12 m.
Von Längenmaßen wird noch am häufigsten die englische Meile = 1760 Yards = 1609.3 m erwähnt, dann die russische Werst = 1066.8 m, der chinesische Yina Tschin = 3.58 m. Die Seemeile ist = 1.86 km = 1.15 engl. Meile = 1.74 Werst, die geographische Meile ist = 7.419 km = 4 Seemeilen.
Bei Flächenmaßen begegnet man in Indien oft dem Acre (= 4840 ☐ Yard = 40.47 Ar = 4047 ☐ m) und in Java dem Bau oder Bouw (= 500 Tumbac, 1 Tumbac = 12 ☐ Fuß).
Die lateinische Bezeichnung für Geld, pecunia, ist von pecus abgeleitet, da in Medien und Persien, wie auch bei den älteren Römern (und Germanen) Vieh als Geld benutzt wurde. Bei den Osseten im Kaukasus ist noch heute die Kuh die Normaleinheit des Preises für jeden Wert. Als Geld wurden und werden benutzt: Cacaobohnen, Kolanüsse, Datteln, Teeziegel. Dann auch Salzbarren (Abessinien), Getreide, Mais und verschiedene Muscheln, besonders die Kaurischnecke (Cypraea moneta). Die Kaurischnecken (malaiisch beja = Zoll, Steuer), die besonders von den Malediven exportiert wird, sind seit alter Zeit als Münze benutzt worden. Im IV. Jahrh. schon waren sie in Indien in Umlauf, im XV. in Westafrika, im XVII. bildeten sie in Indien, den Philippinen und Siam das einzige Kleingeld — in Siam und im Innern von Afrika (Sudan, Westafrika, Ostafrika) noch jetzt. In Timbuktu gilt eine Kolanuß 10–100 Kauris, ein Sklave 20000 und mehr. In Nordamerika dienten andere Muscheln (Mercenaria violacea, Lucapina und Olivellaarten) als Geld. Endlich werden ungemünzte und gemünzte Metalle, besonders Edelmetalle, als Geld benutzt.
«Es war eine geniale, im griechischen Osten wohl um die Wende des VIII. und VII. Jahrh. v. Chr. entstandene Idee, das gewogene Stück Edelmetall, das längst dem Handelsverkehr diente, durch einen Stempel des Staates, der die Garantie des Gewichtes übernahm, zur Münze zu machen» (FURTWÄNGLER).