Fig. 58.
Kaffee-Saatbeet in Surinam mit Schattendach.
[Aus Preuß, Zentral- und Südamerika.]
Fig. 59.
Pepinièren einer sumatranischen Tabakpflanzung, die jungen Pflänzchen durch Schattenhölzer geschützt.
[Nach Haarsma, Tabakbau in Deli.]
In Java bestehen sowohl Gouvernements Kina Ondernemingen (seit 1854) wie Particuliere Kina Ondernemingen (ungefähr seit 1870), d. h. sowohl Regierungs- wie Privatchinaplantagen. Letztere sind viel umfangreicher als erstere. So kamen 1906 aus den Gouvernementskulturen 777660 kg, aus den Particulierekulturen 8016820 kg Chinarinde nach Amsterdam. Auch in Ostindien bestehen beide nebeneinander.
Sehr umfangreich sind in extratropischen Gegenden die Oliven- und Agrumenkulturen in Italien und Südfrankreich, die immer noch in aufsteigender Richtung sich bewegenden Rosenkulturen in Bulgarien, die Pfefferminzkulturen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Japan, die Aniskulturen in Rußland (1906: 5000 Desjätinen), die Kümmelkulturen in Holland, die Süßholzkulturen in Südrußland.
Einen besonderen Zweig der Kulturen bilden die Kulturen von Pflanzen mit Riechstoffen (Miltitz b. Leipzig, Grasse, Rumelien). Hier gelangen die kultivierten Pflanzen nicht in den Handel, sondern direkt in die Fabriken der ätherischen Öle, Riechstoffe und Parfüms, wo sie sofort verarbeitet werden.
Über die Verbreitung der Arzneipflanzenkultur orientieren folgende Tabellen ([S. 61 u. flgd.]).
Bisweilen hat der Versuch, eine außereuropäische Arzneipflanze in Europa zu kultivieren, zwar nicht zu einem gleichwertigen Produkte geführt, aber eine Kultur hervorgerufen, die sich doch als ganz lukrativ erwies. Der Versuch, Rheum palmatum und Rheum officinale in Frankreich und England so zu akklimatisieren, daß ein dem chinesischen Rhabarber gleichwertiges Produkt erhalten wird, darf als vorläufig gescheitert betrachtet werden. Es scheint, daß diese Gebirgspflanzen in der Ebene degenerieren (s. [oben]). Aber die Rhizome sind doch als «europäischer Rhabarber» (neben der Rhapontic) verkäuflich, allerdings minderwertig.
1889 wurden auf Anregung des Vereins zur Beförderung des Gartenbaues in den königl. preußischen Staaten auf den Rieselfeldern bei Blankenburg (bei Berlin) systematische Versuche mit dem Anbau von Mentha, Datura, Hyoscyamus, Salvia, Hyssopus, Aconitum und Pyrethrum gemacht und zum Trocknen eine MAYFARTHsche Darre benutzt. Über diese Versuche habe ich (Arch. d. Pharm. 1896) berichtet.