Fig. 82.
Abschlagen der Stengel und Beseitigen der Seitensprosse und Blätter in einer Ceylonzimtplantage auf Ceylon.
[Phot. im Kew Museum.]

Fig. 83.
Ablösen der Rinde des Ceylonzimtes.
[Phot. im Kew Museum.]

Was von den Blättern und wie es gepflückt werden soll, hängt von der Pflanze ab. Oft weichen die Blätter verschiedenen Alters im Gehalt voneinander ab. Bei der Teepflanze z. B. ist die terminale Blattknospe am gehaltreichsten. Beim Pflücken, das mit dem Fingernagel erfolgt, läßt man hier die Achselknospe stehen, damit eine Erneuerung stattfinden kann. Das hat natürlich nur bei einer immergrünen Pflanze wie Thea einen Sinn.

Beim Pflücken des Tee ([Fig. 77]) kommt es also sehr darauf an, was gepflückt wird. Das wertvollste ist die geschlossene Gipfelknospe (in Java: Pecco rünen; rünen = schwanger), die durch reichliche Behaarung silbergrau erscheint (daher Pecco, von Peh-hán = Milchhaar). Hat sich das Blatt eben von der Knospe abgehoben, so heißt es Pecco burung (d. h. hohl). Je älter die Blätter sind, um so weniger sind sie wert. Mehr als Blatt 1–4 wird nie gepflückt. Bei der Alus-Pflückung in Java wird Blatt 2–4 oder 3½–4 gepflückt, oder wenn Pecco nicht im Vormonat gesammelt wurde, Pecco und 1–2. Bei der Katilu-Kotjop-Pflückung Blatt 1–3. Stets wird Sorge getragen, daß die Achselknospe intakt bleibt, da sich aus ihr Seitensprosse entwickeln. Über die Pflückung wird genau Buch geführt.

Das Ablösen der Yerbazweige zur Mategewinnung erfolgt in Paraguay entweder mit langen Messern (machetones) oder eigenartigen Scheren (secateurs) in ziemlich roher Weise.

Das Ablösen der Rinde geschieht entweder am stehenden Baume selbst (bei den Ships und Shavings der Chinarinde) oder von dem gefällten Baume oder dessen Zweigen bez. Stockausschlägen (Chinarinde [Drogistenrinde], Ceylonzimt).

Fig. 84.
Schälen des Ceylonzimtes.
[Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]