Die Erntebereitung (el beneficio) der Vanille erfordert große Geduld, Sorgfalt, Genauigkeit, Umsicht und Erfahrung. Der Vainillero braucht in Mexico zum Benefizieren: Plattformen, Matten, dunkele wollene Decken, Kästen zum Schwitzen (event. einen Ofen), gut ventilierbare, große trockene Zimmer mit Regalen an den Wänden, Thermometer und Blechkästen (PREUSS). Zunächst werden die 24 Stunden an der Luft getrockneten gelbgrünen, nicht ganz reifen Früchte auf wollene, auf der Plattform ausgebreitete Decken in einfacher Schicht nebeneinander gelegt und mehrere Stunden der Sonne ausgesetzt, dann in den vorgewärmten, mit Decken ausgeschlagenen Schwitzkasten gebracht, wo die Schoten durch das Schwitzen («sudor») in c. 20 Stunden braun werden. Der Prozeß wird mehrfach wiederholt und ist in 3–14 Tagen beendet. Dann wird die Vanille auf Regalen getrocknet. Bei schlechtem Wetter benutzt man Schwitzöfen (poscoyon), ähnlich den Öfen zum Brotbacken. In diese Öfen wird die Vanille in Paketen (maleta) zu 400–600 Früchten gebracht, die mit wollenen Decken umhüllt sind. Man steigert die Temperatur bis über 100°, bisweilen (bei vielen — über 30 — maletas) bis auf 125°. Die Früchte bleiben 16–22 Stunden im Ofen. Dann werden sie noch 20–30 Tage der Luft ausgesetzt.
Fig. 116.
Mit Schornsteinen und verschiebbarem Dach versehenes Cacaotrockenhaus auf Trinidad, das mit dem Gärungshaus (links) durch Schienen verbunden ist.
[Nach Preuß.]
Fig. 117.
Das Fermentieren des Tees in Ceylon. Der Arbeiter kontrolliert den Fortgang der Fermentation.
[Aus Tschirch, Indische Heil- und Nutzpflanzen.]
Fig. 118.
Teebereitung in China über freiem Feuer.
[Kew Museum.]
Fig. 119.
Teefabrikation in Japan. Rollen, Trocknen, die Teebecken über der Feuerung, die Teekisten.
[Aus Les grandes cultures.]
Das trockene mexikanische Verfahren ist auch nach Réunion gebracht worden, hat dort aber einige Abänderungen erfahren. Man verwendet in Réunion in den Öfen bedeutend niedrigere Temperaturen (70–80°), erhitzt aber längere Zeit (24–36 Stunden) und besonnt die Früchte nach der Ofenbehandlung oder bringt sie in einen besonderen Schwitzofen (étuve). Aus diesem gelangt sie in den sechoir.