„Arme Kleine,“ flüsterte sie, „wer hat Dir das Wort gesagt?... Liebe!... Davon reden Alle.“

Sie sah mich jetzt nimmer an und wendete sich um, als ob sie fortgehen wolle.

„Nicht? ist es das nicht,“ schrie ich aufgeregt ihr zu, „dann heißt es aber gewiß Treue, nicht wahr?“

Jählings wandte sie mir das weiße Gesicht zu, zwei große Tropfen zogen eine nasse Schnur über ihre flaumweichen Wangen und hastig fragte sie:

„Großes Kind, warum sagst Du mir das, warum denkst Du an ein Wort, das Du nicht empfinden kannst, warum... ach warum?!“ bat sie klagend.

„Weil ich halt neugierig bin,“ gab ich ehrlich zur Antwort. „Ich möcht’ wissen, ob Sie auch noch in’s Kloster gehen, wenn Einer das Wort zu Ihnen sagt.“

„Neugierig...“ sie seufzte schwer. „Hast Du Eltern?“

„Nur meine Mutter, aber die ist —“

Sie winkte abwehrend, stützte sich leicht an das Fenstersims und sprach weiter: