Laß mich Dir befohlen sein,

Beschütze ... beschüt.......“

Da fliegen die Vögel alle durcheinander auf den Vorhängen, die Lampe wird immer größer und ist jetzt wirklich der Mond.... Aber die Blumen, die lösen sich von dem feinen Stoff los und schlingen sich herüber zu mir... sie duften so stark, und die Vöglein, die sich von der einen Knospe auf die andere schwingen und durch die Ranken schlüpfen, die zwitschern und singen... doch dazwischen wimmert eine klagende Stimme:

„Mein Mann!... Wo ist mein Mann?... Mein Mann!“...

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Ich wurde wach und hörte den ungleichen dumpfen Schritt oben, immer auf und nieder, auf und nieder... ich sah den Kopf der jungen Frau mit den weit offenen Augen, die gerade vor sich auf die Wand schauten, und ich spürte ihre beiden Hände in meinen Haaren. Die Augendeckel fielen mir wieder zu, aber so oft ich munter wurde — und es muß das oft gewesen sein — war alles um mich genau so wie früher. Ein paar Mal träumte ich, es hätte jemand einen Schrei ausgestoßen, ich wachte auf, wollte den Kopf heben, aber das konnte ich nicht, es that mir wehe, denn meine Haare waren immer um die Hände der Frau Anna geknüpft und gewickelt. So schlief ich jedesmal wieder ein, und schlief bis mir die Sonne ins Gesicht schien.

Die Frau Anna saß auch da noch an meinem Bette und schaute an die Wand, doch hingen ihr die Arme rechts und links am Leibe herab, wie an einer leblosen Puppe. Die Babette hörte ich oben herumrumoren und im Garten hub der Herr Blank zu singen an... Die Frau Anna seufzte auf und bewegte sich; na weil er nun wieder daheim ist, dachte ich verdrossen. Nach einer Weile wurde an der Thüre geklopft; sie horchte, wendete die rothgeschwollenen Augen zu mir und sagte so traurig, daß es mir ganz weinerlich um’s Herz wurde:

„Ja so...“

Gar nichts sonst. Sie zog mit schwerer Mühe die Haarnadeln aus ihren Zöpfen, löste die Enden und schüttelte die Haare durcheinander, dann band sie ihren Schlafrock auf und schob zuletzt den Thürriegel zurück. Das alte Stubenmädchen kam herein, half mir aus dem Bette und führte mich in das vordere Zimmer. Während ich mich kämmte und wusch und meine Fähnchen anlegte, ging die Josefa geräuschlos auf den weichen Teppichen hin und her und setzte mir, als ich mich zurecht gemacht hatte, eine große Schale mit Kaffee vor. Dabei aber flüsterte sie immer giftig vor sich hin, ich verstand nur, daß sie sagte: