So ging das Gerede unter den Weibern herüben um, dann fingen auch die Männer an mitzuschwatzen, und die Babette lief öfter als sonst von dem neuen Hause in die „blaue Gans“ und war viel freundlicher gegen alle Leute, als sie früher gewesen. Wenn die Sonne recht warm herunterschaute, saß die Liese oft bei dem Herrn Gottfried auf der Gartenbank und stickte, er schickte dann die Babette hinauf und sagte:

„Ich behalte die Kleine da, und werde Sie rufen lassen, wenn ich Sie brauche.“

Er ließ den Kopf sinken und saß ruhig neben dem Mädchen, das stets über ihn und seine Krankheit nachdachte, wenn es ihn ansah, und nicht begreifen konnte, daß die Babette ihm das Leben leichter machen könne, wenn er sie heirathen würde. Sobald der Herr Blank zu singen anhub, zuckte der Gottfried zusammen, und auch wenn der Hausherr vor ihm stehen blieb und nur im Fluge fragte:

„Na, wie geht es, Herr Gottfried?“

Dann traten stets runde rothe Flecken auf die hageren Wangen des Kranken und er mußte so husten, daß der andere davonlief. Warum er damals, als im neuen Hause alle Kasten ausgeräumt und die alten Theaterkörbe und Garderobekoffer eingepackt wurden, nicht davonlief, sondern sich singend neben den Herrn Gottfried setzte, das wußte sich die Liese auch erst nach Jahren zu erklären. Sie blieb jedoch damals ruhig bei den zwei Männern und hörte jedes Wort genau, das sie sprachen.

„Sie sehen recht übel aus, recht übel!... Tra-la-la! Meine Stimme ist umflort!... Recht übel!... Tra-la-la-lah!... Hat Sie redlich gepflegt, die Babett’, das ist eine tüchtige Person... So eine Person muß man zu schätzen wissen.“

„Ich schätze sie auch,“ sagte der Kranke und wollte aufstehen.

„Bleiben Sie ein wenig, Herr... hm-he-eh!... ganz rauh mein Hals und ich will bald abreisen, es wird schon alles vorbereitet.“ Herr Blank legte die Fingerspitzen an den Mund und räusperte sich, dabei schaute er aber den Gottfried von der Seite an.