„Und doch wollen Sie reisen?“
„Biegen oder brechen, einmal muß es anders werden ... Das ist jetzt eine Probe, geht es nicht, so hole ich sie... Sie verstehen?“ fragte er mit einem schlauen Zwinkern.
„Jetzt verstehe ich wirklich Alles —“
„Sehen Sie, wegen all’ den Geschichten wollte ich mit Ihnen reden!... hm-eh!“ Er schwieg, drückte die Wange fester an seinen Halskragen und schrie dann erzwungen lustig: „Seien wir fesch, es dauert nichts lang auf der Welt; reden wir wie ein paar Männer, die wissen, was Leben heißt...“
Der Kranke athmete schwer.
Herr Blank schlug den Gottfried auf die mageren Schenkel, ganz leicht nur, er berührte ihn kaum, und hob immer die Hand bis an die Schulter nach jedem Schlag: „Sie haben gelebt, ich habe gelebt... ich habe bei Zeiten geheirathet, und habe so ein schweres Loos gezogen... ich bin sehr unglücklich!“ wimmerte er pathetisch, „aber man trägt sein Schicksal mit Anstand ... Ah, ich habe noch Stimme und bin rüstig... Sie sehen übel aus!... Heirathen Sie auch!... He?! Was halten Sie davon.“
„Ich soll heirathen?“ fragte Gottfried verwundert.
„Ja, junger Freund, Sie und gerade Sie,“ Herr Blank schwieg, als suche er nach einem rechten Wort, dann fuhr er plötzlich auf den Kranken los und sagte mit tiefer Stimme: „Die Babette sollen Sie heirathen!“