. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die Körbe und Koffer waren aufgeladen und davon geführt. Der Herr Blank stand mit einer schottischen Reisemütze auf dem Kopf und den Körper vielfach mit einem großen buntgestreiften Tuch umwickelt in seinem Salon und gab seiner Frau gute Lehren, wie man sie etwa einem kleinen Mädchen giebt.
„Alle werden auf Dich sehen, unsere alte Josefa und die Frau Gottfried, und wenn Du etwas brauchst, wofür Euer Weiberverstand zu kurz ist, so wende Dich nur an ihn, er ist freilich ein schwacher Mensch, aber es ist doch ein Mann im Hause.“ Er umarmte sie, drückte sein seidenes Taschentuch an die Augen und stürzte davon, als ob er den Trennungsschmerz abkürzen wollte.
Droben aber im ersten Stockwerk ging ein wankender Schritt auf und nieder... den ganzen langen Tag und die halbe Nacht. Zuweilen horchte die blasse Frau unten, und der Mann oben lauschte auch, und als er um Mitternacht das Fenster öffnete und sich weit hinausbeugte, da vermeinte er eine klagende Stimme zu hören, die in die Nacht hinausweinte und immer wieder rief:
„Mein Mann, wo ist mein Mann? mein Mann!“
Die Frau Gottfried allein schlief glücklich und zufrieden in ihrem Zimmer, und als ihr der Diener am nächsten Morgen sagte, daß der Herr Gottfried die Nacht hindurch nicht geschlafen habe und beinahe die halbe Nacht gehustet, erwiderte sie geziert:
„Warum verderben Sie mir den heutigen Morgen. Ich weiß es ja, mein guter Mann ist ein armer, schwacher Mensch.“