„Hab’ keine Mamaah, wasch’ mich alle Tag’ selber, und alle Samstag thut’s meine Mut...“ schrie die Roserl aus lauter Verlegenheit und schob sich mit eingeknickten Knien, gebückt, damit das Röcklein die schuhlosen Füße decken möge, dem Frager langsam zu.
„Es ist schon gut, schon gut!“ Er hielt sich zuerst die Ohren zu und winkte dann abwehrend mit der Hand.
„Behalte Deine Mama lieb,“ flehte die schöne Frau.
„Claudine!“
„Gleich, Eugen!“ erwiderte die Baronin, und sie küßte die kleine Blanche noch einmal, drückte das liebliche Köpfchen ihres Kindes in die Kissen und sagte kosend:
„Blanche, mon petit ange, süßes, schönes, einziges Kindchen, chéri, ich bitte Dich, weine nicht.“
„Nein, Mama.“
„Soll die Rosi bei Dir bleiben?... Ja!... So spiele mit ihr, was Du willst; begehre von Finette, was Dir Freude macht,“ sagte die Baronin fieberhaft und beugte sich tiefer zu dem Kinde.
Blanche nickte und lächelte freudig und fragte dann leise: „Kommst Du manchmal zu mir herab, Mama?“