„Dich auf die Erd’ setzen, dummer Bub’! das kann ich,“ schrie der Franz und gab dem hülflosen Krampus mit seinem Knie einen gewandten Stoß in die Kniebeuge.

Der Schwarze knixte zusammen und fiel dann der Länge nach hin, der Kessel rollte fort und das dunkelrothe entrüstete Gesicht des armen Ferdinand tauchte auf. Der heilige Nikolaus suchte seine Würde gegenüber den Empörern zu wahren, er ging mit langen Schritten davon, früher aber stellte er noch den Korb mit der Bescheerung, die draußen vor der Thüre stand, auf die Schwelle. Diese besonnene That rettete auch den verunglückten Krampus vor weiteren Püffen, er mußte den Korb an den Tisch schleppen und die aufgeregten Mütter begannen unter Schelten und Lachen auszukramen und auszutheilen.

In dieses Getümmel kam die Roserl hereingeflogen, kreischte, als sie den zerzausten Krampus beschämt herumtappen sah, stürzte auf den Tisch los und erraufte sich die schönsten Aepfel und Nüsse, das beste Backwerk und den größten Zwetschkenkrampus... Sie band unter steten Anfechtungen Alles in ihre Schürze, nahm den Krampus fest in ihren linken Arm und puffte sich wieder bis an die Thüre durch, als Siegerin sprang sie über die Schwelle hinaus und fragte wenig um den Lärm, der sich hinter ihr doppelt empört erhob.

„Roserl! Roserl!“ hörte sie noch die Mutter schreien, als sie über die Straße stampfte und den Krampus an ihr Herz gepreßt hielt. Sie lachte vor sich hin, weil ihr der Raubzug geglückt war, und sprang lustig mitten in die Kothlachen, nur damit sie schneller hinüber kommen möge zu der einsamen Blanche.

Da lag auch schon das laute neue Haus und leuchtete in die Nacht hinaus; sie lief athemlos vorwärts durch den Vorgarten und die Stufen hinan. Am Hausthor stand ein fremder Mensch, der in einen weiten dunklen Pelzmantel gehüllt war, sein Gesicht hatte er halb von einer hohen schwarzen Mütze und halb von einem langen schwarzen Bart verdeckt, nur die bleichen Wangen und die großen, beinahe leuchtenden Augen sah das Kind, als es an ihm vorbeihuschen wollte... „Jesus Maria!“ murmelte es entsetzt.

„Wohin gehst Du?“ fragte der Fremde, beugte sich nieder und faßte den Arm der Roserl.

„Da hinein, zu meiner Freundin, zu dem kleinen Baronmädel, zu der Blanscherl,“ stotterte sie.

„Du?!“