„Ja,“ sagte das Kind ängstlich und ärgerlich, „lassen’s mich aus.“
„Warum gehst Du... arme Kleine... zu... zu der Andern?“ und der Mann betrachtete erbarmungsvoll das junge Wesen in den dürftigen Kleidern.
„Weil’s ganz allein ist, ihre Mamaah...“
„Ganz allein?“ fragte der Mann erstaunt.
„Ja, und weil’s kein Nikolo und kein Krampus kennt, drum bring’ ich ihr den da. Aber jetzt lassen’s mich aus,“ drängte die Roserl.
„Führe mich zu der Blanche... Gieb mir Dein Geschenk... Sei stille... Es darf mich Niemand sehen... Vorwärts!...“
Der Mann zitterte am ganzen Leibe, er nahm den Krampus in die Hand und folgte der Roserl, die gar nichts zu thun wußte als dem Fremden zu gehorchen. Das Kind vergaß sogar die Schuhe auszuziehen, sie trippelte, auf den Pelzmann zurückschauend, durch die Zimmerreihe. Blanche saß in ihrem Bettchen und wartete. Als die Roserl mit leeren Händen mitten in dem Schlafstübchen stand, wurde sie noch angstvoller, doch sie besann sich nicht lange, leerte ihr Fürtuch auf die seidene Decke, zeigte hinter sich und flüsterte:
„Wart nur, da kommt schon der Krampus nach... da hast Aepfel und goldene Nuß’! und... mußt nicht weinen, mußt Dich nicht fürchten... weißt, ich... ich fürcht’ mich jetzt selber... Jesas! da ist er!“ zeterte das Kind und hielt beide Hände vor die Augen.
Da stand er in der Thüre...
Gleichsam zur Entschuldigung, zur Beruhigung zum Gruße hielt er dem kleinen Mädchen das armselige Spielzeug entgegen, weil es mit furchtsamen Augen auf die dunkle Gestalt blickte. Der Mann stand bewegungslos, er wagte keinen Schritt weiter vorzugehen, er schaute nur wie verzückt auf das schmale Gesichtchen.