Blanche griff nach dem Arm ihrer Freundin, während sie immer noch furchtsam hinübersah. Plötzlich aber zuckte das kleine Antlitz in verhaltenem Lachen... bezwang sich ein wenig, und dann aber jubelte das Kind kichernd:
„Das ist der Krampus!?“
Als hätte die feine Kinderstimme den Bann gebrochen, als fielen schwere Ketten von seinen Händen und Füßen, als ströme jählings ein Meer von Duft, Licht und Wohllaut in den kleinen Raum, so befreit jauchzte der Mann auf, schleuderte Mütze und Mantel fort, fiel vor dem Bettchen auf beide Kniee und hielt unbewußt das Spielzeug noch immer dem Kinde entgegen.
„Papa!... Du bist es, mein Papa!... Du bist...“
„Meine Blanche! mein Herzenskind, ich habe Dich wieder, mein Kind, mein Kind, mein Kind...“ Der starke Mann legte seinen Kopf an die Brust des kleinen Wesens und weinte, weinte, als ob er alle Schmerzen hinwegspülen könnte von seinem eigenen Herzen und von denen aller armen leiderfüllten Menschen mit den bitteren und doch beseligenden Thränen. Sein Kind aber saß ruhig über ihn gebeugt und lächelte vor sich hin, die zarten Händchen hielten den großen Kopf des Vaters fest.
Und wieder schwebten lustige Walzerklänge nieder und die Decke schüttelte sich in leichter Bewegung, daß die Ampel schwankte und die Scheiben klirrten. Das kleine Mädchen aber wisperte fröhlich:
„Hörst Du die Musik, Papa?“
„Ja Süßlieb, was ist das?“
„Mama giebt einen Ball.“
„Einen Ball!?“ fragte er ungläubig.