Der Priester faßte den Sinkenden und legte sein müdes Haupt sachte auf das Kissen, das sanfte hinschwindende Gesicht neigte sich ergebungsvoll und die dürren Lippen lispelten demüthig im Beichttone:

„Mein... Leb-tag... ge-ar-beit... und...“

Kein Laut mehr.

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Sie gingen nach und nach alle fort, nur der Nachbar Krippenmacher blieb neben dem todten Weber sitzen die ganze lange Nacht...

Das Licht erlosch, doch er zündete es nicht wieder an, der Mond schien ja hell und klar in die öde Stube, und als der Todtenwächter im Halbschlafe so hinschaute auf den leeren Webstuhl, da war es ihm, als schwebe das Schifflein geräuschlos hin und her, als bewege sich der Treter unhörbar, und dann sah er plötzlich die schlanke Gestalt des Todten, der lautlos alle Fäden des Gewebes entzweischnitt...

Der Krippenmacher rieb sich die Augen, nahm die starre Hand des Webers in seine beiden Hände, schüttelte sie feierlich und sagte dann, um sich Muth zu machen, recht laut:

„Nein, nein, Du bist und bleibst todt, Du armer Kerl. Gott gieb’ Deiner Seel’ die ewige Ruh! aber,“ er nickte dem stillen Nachbar versichernd zu, „der Krippelmacher wird Wort halten und wird schon sorgen für die Zwei.“

Und der „Nachbar Krippelmacher“ hat ehrlich Wort gehalten.