Als er heimkehrte.
„Der Lepold ist wieder heimgekommen! — Du! — Lenerl! — Hörst nicht?“
Ein kleines Mädchen, das vor dem Hausthore der „blauen Gans“ stand, rief die Worte hinüber auf die Trockenwiese. Die Angerufene, ein etwas älteres Kind, lag auf dem Rücken im Grase und schaute zwischen den Betttüchern, die über ihrem Kopfe an den Wäschleinen flatterten, hinauf in den schönsten blauen Sommerhimmel. Ein großer weißer Pudel saß neben dem rothhaarigen Mädchen, schnupperte in die Luft, schnappte nach den Fliegen, die im Bereich seiner Schnauze herumsurrten, und wehte mit der wolligen Ruthe nach rechts und links.
Als die kleine Hanne sah, daß sich ihre Spielgefährtin nicht regte und rührte, trippelte sie über die ungepflasterte Straße hinüber auf die Trockenwiese, die zu der „blauen Gans“ gehörte. Das Kind stellte sich dicht neben die Freundin und sagte aufgeregt-wichtig:
„Der Weiß Lepold’ ist wieder da — Du!“
„Na was weiter?“ war die Antwort. „Der Lepold sitzt drüben im Zimmer bei seiner Mutter!“ widerholte das Kind beinahe heftig.
„Meintwegen!“ klang es lässig von den vollen dunkelrothen Lippen.
Die Lene dehnte ihre jungen schlanken Glieder faul im Grase, schloß die graugrünen Augen halb, blinzelte dann und wann behaglich in die Sonne und zwitscherte mit schriller Stimme ein dummes Kinderlied in die Luft.
„Er hat Dich immer so gern gehabt, der Lepold, hat Dir immer was mitgebracht, wenn er aus der Arbeit kommen ist,“ sagte die Hanne vorwurfsvoll.