„Ja mir... Dir nicht... und Niemand,“ erwiderte der Rothkopf beinahe hochmüthig, aber doch in schläfrigem Tone.
„Nein, mir nicht, immer nur Dir, Lenerl...“
„Das ist schon lange her.“ Sie schloß die Augen verdrießlich, plötzlich aber schaute sie groß auf und fragte freundlich: „Hat er mir heut’ was mitgebracht?“
„Nein. Zwei Jahr war er fort, Du hast gar nicht an ihn denkt, soll er alleweil an Dich denken? — Jetzt ist er da und hat auf der Brust was Glänzendes hängen.“
Die Lene blinzelte bei den letzten Worten wieder ein wenig mit den Wimpern und verzog den Mund. „Was denn?“
„Weißt, wie in der Schul’ das Ehrenzeichen, weißt? — Aber so groß.“
Das Kind beschrieb mit dem Zeigefinger einen Kreis in der Luft, der schier so groß war wie ein Teller. Die Andere zuckte gleichgiltig mit einer Achsel, einem Arm und einem Fuß; es war schroffe Abwehr und Mißachtung zugleich in dieser Bewegung.
„Und der — der — ich weiß nicht — halt ein großer Herr — hat ihm das selbst angehängt — weil er —“
„Schau, daß Du weiter kommst, ich will schlafen.“
„Und dann haben sie dem Lepold einen Arm weggeschossen,“ die schwarzen Augen der Hanne wurden feucht, „da drinnen ist jetzt gar nichts,“ erzählte sie unbeirrt und weinerlich. Um ihre Schilderung deutlicher zu machen zog sie ihr Händchen in dem Aermel hinauf und ließ den Arm bezeichnend hin- und herbaumeln.