Wie leiser Spott klang es zurück: „Bis jetzt hat der Herr Vater hübsch viel zu reden gehabt.“

„Jetzt bin ich fertig.“ —

„Schon?...“ „Ja!“

„So!“ Der Soldat schaute ziellos in’s Leere und über sein hageres Gesicht flog ein Lächeln, das nur ein klein wenig in den Mundwinkeln weilte und dann erstarb, um jenem traurigen Ausdruck Platz zu machen, der öfter und öfter wiederkehrte.

„Sie haben mich jetzt die ganze Zeit angeschaut und mich behandelt und zu mir geredet, als ob ich recht was Niederträchtiges gethan hätt’... ich mein’ aber, wenn Einer von uns Zwei schimpfen oder klagen dürft’, so wär ich der... oder etwa nicht?“

Der Alte hustete sehr laut, räusperte sich, öffnete die Küchenthüre und spuckte hinaus, er schaute nicht auf und gab keine Antwort.

„Aber was hilft da alles schimpfiren und lamentiren,“ fuhr der Leopold fort; er zeigte nachlässig mit einer gewissen Vornehmheit nach dem alten Schubladenkasten, auf welchem die bescheidenen Schaustücke und Prunktassen rund um den vergoldeten Christus standen. Mit übertriebenem Ernst sagte er:

„Dort stehen noch die alten Kaffeeschalen von der Großmutter-Zeit her, sind alleweil dort gestanden, ist ihnen kein Henkel abgeschlagen worden... Warum lobt denn der Herr Vater die alten Schalen nicht dafür, daß ihnen nichts geschehen ist, weil halt die Frau Mutter allezeit fein Obacht gegeben hat auf das gebrechliche Zeug?“

Der Schlosser schaute seinen Sohn verdutzt an, dann nahm er im Vorbeigehen eine der Kaffeetassen in die Hand, blickte wieder diese genau an und stellte sie nach einer Weile ungewöhnlich behutsam auf ihren Platz.

„Ja, schau der Herr Vater die Dinger nur an... Die Frau Mutter hätt’ halt mitgehen sollen mit mir und fein Obacht geben auf mich, nicht wahr?... Vielleicht hätt’ sie auch die Kugeln in der Luft auffangen können, daß mich keine erwischt hätt’, gescheidter aber wär’s gewesen, sie hätt’ mich alleweil z’haus auf den alten Schubladkasten gestellt und selber abg’staubt, da wären an mir wie an den alten Kaffeeschalen... gewiß alle zwei Henkeln ganz geblieben!...“