Zu jener Zeit hatten Foersom, Laurits Kruse, ich und einige Andere den Plan gefaßt, ein Privattheater für die Sommermonate zu miethen, und daselbst zu spielen; denn obgleich ich sehr bald des öffentlichen Spielens müde wurde, so mochte ich es im Privatkreise doch noch immer sehr gern. Ich hatte schon einen dramatischen Prolog geschrieben, mit dem diese Uebungen beginnen sollten. Ich besitze ihn noch. Heros und Davus sind auf der Probe und repetiren ihre Rollen. Heros soll über die Kälte seiner Geliebten erbittert sein, er beschließt auch, kalt zu erscheinen.

Heros.

Nein! lachen soll sie nun nicht länger meiner Schmerzen,
Vergessen will ich sie und ihren bittern Hohn.
Ja! Ihr Gedächtniß soll verschwinden aus dem Herzen,
Das sei für ihren Trug der wohlverdiente Lohn.
Die Brust, die einst geglüht, soll gleich dem Schnee erstarren.
Vergebens wünscht sie dann, sie würde wieder heiß;
Vergebens weinst Du dann, vergebens ist Dein Harren;
Dann bin ich eisig ganz! —“
(Wirft sich auf einen Stuhl und trocknet die Stirn.)
Mein Gott, mich quält der Schweiß.

Davus.

Das ist natürlich auch. Im Sommer spielen wollen,
Ist ganz unmöglich ja. Das liegt doch auf der Hand.
Der blöde Einfall kommt gewiß von einem Tollen! —
Im Winter hab' ich nicht unmäßig viel Verstand;
Doch wenn der Sommer naht, hat er mich ganz verlassen
Und alle Sinne dann verschwinden in der Gluth,
Ja kaum Gedanken kann mein armes Hirn dann fassen,
So plagt die Hitze mich, und dringt mir in das Blut.
Und ohne den Verstand kann man doch nicht agiren,
Nein, zum Komödienspiel braucht man womöglich zwei.
Vor Qualm und Tollheit noch gewiß wir hier crepiren.
Gott gebe, die Saison wär' glücklich erst vorbei.
Ich, der ich lachen soll, ich muß vor Hitze weinen;
Du, der so eisig ist, vor lauter Gluth Du thaust,
Genug, nach alle Dem will mir's doch wahrlich scheinen,
Verdruß und Noth Du triffst, wohin Du immer schaust. &c.

Dieser Verdruß und diese Noth, die ich im Prolog voraussah, haben uns bei näherem Nachdenken wahrscheinlich von weiteren Schritten abgeschreckt, denn es wurde nichts aus dem Ganzen.


Häusliche Verhältnisse.

Aber es ist Zeit, daß ich Etwas von meinen häuslichen Verhältnissen erzähle, die einen so großen Einfluß auf mein Leben und auf das der Meinigen ausübten.