Tod Friedrich des Sechsten.
Gegen Ende dieses Jahres starb auch König Friedrich VI. Ich schrieb als Universitätsprogramm ein Gedicht über ihn, und es wurde mir übertragen, die Trauercantate zu verfassen, welche bei seiner Beisetzung in der Roeskilder Domkirche aufgeführt wurde. Ich war mit dort, und bei einer schneidenden Kälte bei dem Probst Hertz einquartirt, wo ich diese Nacht dem lieben Gott für Etwas dankte, das ich sonst verabscheute, nämlich für ein paar warme Federkissen. Mit meiner Cantate, zu der Weyse die Musik geschrieben hatte, war ich selbst nicht recht zufrieden. Im Programm hatte ich das ganze preiswürdige Leben Friedrich's VI. in naiven Knüttelversen besprochen; aber sein Tod versetzte mich nicht in eine höhere Begeisterung. Auch die alte Einrichtung von Solo, Duett, Recitativ und Chor genirte mich. Später schrieb Heiberg eine Cantate für die Universität, welche besser war, als die meinige; Weyse's Musik war auch besser, besonders fand sich ein Duett von unvergleichlicher Schönheit darin.
Brief des Kronprinzen Oskar.
Im Jahre 1840 zeigte Tegnér mir in einem sehr freundschaftlichen Briefe an, daß mir König Karl Johann das Großkreuz des Nordsternordens ertheilt habe, und ich erhielt auch bald das Diplom. Zu gleicher Zeit sandte der Kronprinz mir eine goldene Medaille mit seinem Brustbilde und der Inschrift: Memoriae pignus, nebst folgenden Zeilen:
„Herr Etatsrath Oehlenschläger! Durch mehrfache wichtige Geschäfte abgehalten, sah ich mich länger, als ich wollte und wünschte, der Freude beraubt, Ihnen meine Dankbarkeit für das schmeichelhafte Gedicht zu bezeugen, das Sie mir letzthin, von Ihren ins Deutsche übertragenen Arbeiten begleitet, zugeeignet haben“.
„Mehrere unter diesen sind mir zwar alte und liebe Bekannte, aber als Geschenk des Verfassers haben sie für mich einen neuen und erhöhten Werth. Ueber das schöne Gedicht darf zwar Der, welcher der Gegenstand desselben ist, nicht urtheilen, aber ich kann es mir doch nicht versagen, Ihnen, Herr Etatsrath, meinen Dank für die freundschaftliche Gesinnung auszusprechen, die sich darin zeigt, und die ich mit derselben Aufrichtigkeit, wenn auch in einfacheren Worten, erwidere. Das Andenken an unsere Begegnung in Christiania bereitet mir stets Freude, und ich rief es mir aufs Neue ins Gedächtniß zurück, als Ihr Sohn mich besuchte. Ich hoffe, daß er meine Grüße bestellt hat, und daß Sie, Herr Etatsrath, bald Ihr Versprechen, Ihre schwedischen Freunde zu besuchen, erfüllen werden. Indem ich mit Freude diese Gelegenheit benutze, Sie meiner Freundschaft und Hochachtung zu versichern, bitte ich Sie, die beifolgende Medaille anzunehmen, welche, wie ich hoffe, Sie an Denjenigen erinnern wird, der, wie ich, Ihren Geist und Ihre Eigenschaften, Herr Etatsrath, so hochschätzt.
Stockholm, den 8. Mai 1840.
Oskar“.