So standen die Sachen, als es der Zufall wollte, daß ein anderer Poet, Deschamps, ganz untergeordneten Ranges, aber ein sehr liebenswürdiger freundlicher Mann, der Deutsch versteht und Romanzen von Goethe und Schiller übersetzt hat, — auch meine Muse kennt und liebt, — uns zu einer Soirée einlud. Hier waren viele Menschen. Deschamps kam auf mich zu und fragte mich, ob ich Victor Hugo's Bekanntschaft machen wollte? Ich glaubte, er meinte, daß wir ihn gemeinschaftlich besuchen sollten, und antwortete ganz trocken: „Nein!“ Später kam er noch einmal, ich sagte noch einmal „Nein“, und fügte hinzu, „ich bin zweimal vergebens dort gewesen“. Später erfuhr ich, daß Victor Hugo in der Gesellschaft zugegen sei. Aber ungeachtet ich mich weder kostbar mache, oder streng auf die Form sehe, wo ich mehr als bloße Form wähne, so fand ich es hier doch unpassend, mich Victor Hugo vorstellen zu lassen, da ich zweimal bei ihm gewesen war und nur seinen Schneider zu sprechen bekommen hatte. Indessen betrachtete ich doch aus der Ferne den großen Mann, wie er dort zwischen einigen ältern Damen saß, die ihm die Cour machten. Schön ist er nicht, häßlich auch nicht, in einem blühenden Lebensalter, frisch, fett, stark und gesund. Er sah gar nicht hochmüthig aus, eher etwas verlegen, wie Derjenige, dessen übermäßige Prätensionen mehr der Eitelkeit als dem Stolze entspringen. Endlich, als der Thee servirt wurde, und ich mich in dem andern Zimmer bei den Damen befand, sah ich Victor und Deschamps die Köpfe leise redend zusammenstecken und das Resultat hiervon war, daß Deschamps Victor Hugo zu mir führte und ihn mir vorstellte. Er sprach einige artige Worte, unter andern, daß die Franzosen „tort“ hätten, keine fremde Literatur zu kennen. Ich war ein wenig ungehalten, und antwortete: „Ja, das habt Ihr allerdings! Es wäre so dumm nicht, wenn Ihr Euch ein wenig um Eure Nachbarn bekümmertet“. Darauf wechselten wir mehrere artige Redensarten; zu einem ordentlichen Gespräche kam es aber nicht, und wir trennten uns, nachdem er mich wieder gebeten hatte, ihn zu besuchen.
Bei dem Herzoge von Nemours traf ich ihn wieder und da ich nun das erste Mal mich expectorirt und ihm ein wenig imponirt hatte, trat ich ihm freundlich entgegen und versprach, ihn zu besuchen, aber weder hier noch später auf einem Balle beim König kam es zu einer längern Unterhaltung zwischen uns.
Jetzt beschloß ich also ihn zu besuchen. Er wohnt weit entfernt, an dem Bastillenplatze, ich fuhr in einem Fiaker dahin; sein Audienzzimmer ist groß; die Familie saß im Dämmerlichte und ein einladendes Steinkohlenfeuer flackerte im Kamine. Hier, eh noch andere Gäste kamen, sprachen wir denn endlich von Diesem und Jenem. Hier ist der englische Schauspieler Macready mit seiner Truppe angekommen, um Shakespeare'sche Stücke aufzuführen. Ich hatte ihn als Hamlet gesehen. Victor Hugo lobte ihn. Ich entgegnete freundlich: „Ich bitte um Verzeihung; aber ich kann nicht Ihrer Ansicht sein. Hamlet muß ein liebenswürdiger, junger Mann sein, voller Schwärmerei, Gefühl, Humanität — er muß das Herz einnehmen, muß natürlich sein u. s. w. Macready ist alt, häßlich, affectirt, convulsivisch“. — „Vous avez raison“, sagte Victor Hugo, ohne ferner seine Ansicht zu vertheidigen. Nun langten mehrere Gäste an, und damit war die Audienz zu Ende.
Es ist sonderbar mit diesen Franzosen; sie wissen gar nichts von uns Fremden, aber sie wünschen auch nichts von uns zu wissen; — sie fragen nur, wie wir in Paris uns „amüsiren“. Victor Hugo hat eine schöne Frau; zwei hübsche Söhne, und eine allerliebste Tochter. Er ließ sich nun in Conversation mit seinen Damen ein, und bekümmerte sich nicht mehr um mich, und ich gesellte mich zu einem Herrn Ehrenbaum, einem deutschen Doctor. Ich betrachtete das Zimmer, welches das Ansehen einer großen Rumpelkammer hatte, in dem eine Menge alte Möbel zusammengetragen waren, unter andern auch ein Thronhimmel aus den Zeiten Ludwig XIII. Ich hielt mich nicht lange auf, aber Victor war doch so höflich, mich bis zur Thüre zu geleiten. Ich hatte weder Nasses noch Trocknes genossen; doch jetzt bekam ich Nasses genug, denn der Regen goß in Strömen herab. Ich kannte die Straße nicht und verirrte mich. Mitten auf dem Bastillenplatze blieb ich endlich vor einem hohen, ungeheuern, schwarzen Gegenstande stehen. Es war der große Elephant, den Napoleon hier aufstellen ließ, der mir durch seine Gegenwart sagte, daß ich mich verirrt hatte, und gerade nach der entgegengesetzten Richtung gehen sollte. Hier fand ich aber endlich, wie eine gebadete Maus, einen elenden Fiaker, mit dem ich nach Hause fuhr. — Das war mir Alles ganz recht; was wollte ich dort? Ich habe viele von Victor Hugo's Werken wieder gelesen, obgleich ich bereits die Mehrzahl schon kannte. „Lucretia Borgia“, „Marion de Lorme“, „Le roi s'amusé“, „Marie Tudor“, „Ruiz Blas“, und ich befinde mich jetzt wieder mitten in seinem „Notre Dame de Paris“. Ich kann das Urtheil, das ich bereits früher über ihn ausgesprochen, nur wiederholen. Er ist ein Mann von Geist, von Feuer und Phantasie, und zweifelsohne derjenige der französischen Dichter, der das größte Talent besitzt. Aber er ist in einem hohen Grade bizarr und convulsivisch und alle seine Helden und Heldinnen sind tragische Carrikaturen. Die unglückliche Ansicht, das Moralische und Tugendhafte in der Poesie als etwas Bornirtes, Unpoetisches, ja fast Einfältiges und Dummes zu betrachten — hat sich auch seiner bemächtigt. Weil so viele Stümper und Heuchler früher diese Motive zu flauen Affectationen mißbrauchten — ist er und Consorten (denn diese Tendenz ist ja auch in germanischen und skandinavischen Ländern Mode) darauf gefallen, das Laster fast zu vergöttern. Er schildert das Laster ohne Abscheu und Verachtung, mit glänzenden Farben, und durch die Art und Weise, wie es dargestellt wird, spendet er ihm Achtung und Bewunderung, während das Gute und Edle bei Seite geschoben und wie etwas Veraltetes, das nicht mehr der Zeit angehört, fast verachtet wird! — Leider, wenn es so fortgeht, so werden wir bald — wieder Barbaren werden können. Barbaren? Nein, dazu fehlt uns die kräftige Naivetät und die entschuldigende Unwissenheit. — Wieder wie die Thiere? Nein, dazu sind wir leider zu klug, zu erfahren und kenntnißreich. — Aber spitzfindige Bestien und gebildete, feine Cannibalen, das könnten wir werden! Doch — es hat keine Noth! Auch unser Zeitalter besitzt eine große Masse Menschen mit gesundem Sinn und Herzen, welche diese genialen Knabenstreiche verachten. In Victor Hugo's Dramen und Romanen findet man kaum einen Menschen mit gesundem Sinn und von honettem Charakter. Die Composition seiner Bühnenstücke ist sehr schwach und unnatürlich. Wenn Einer etwas erfahren soll, das er eigentlich nicht erfahren dürfte, so legt er sich auf der Stelle hin und stellt sich als schliefe er. Je nach dem Bedürfniß des Stückes springen die Personen aus Schränken, Wänden, Mauern u. s. w. hervor. Da es unmöglich ist, mit einer Tragödie irgend eine Wirkung zu bezwecken, wenn man das Herz nicht rührt, so wird solches denn auch durch diese oder jene edle Eigenschaft bei den lasterhaften Personen hervorgebracht. Aber wie — z. B. — kann man Mitleid mit einer Lukrezia Borgia fühlen, weil diese Furie, dieser tragische Ausbund in ihren eigenen Sohn verliebt ist, und die Schuld seines Todes trägt. Und so ist es überall. Zuletzt wird dem Laster immer etwas Erhabenes und Edles beigegeben, das unser Mitleid erwecken soll. Weder Aeschylos, Sophokles, Shakespeare oder Schiller haben so gedacht. Selbst bei dem katholischen Calderon überholte seine gute Natur die schiefe Bildung — und, aller Vorurtheile, und alles Aberglaubens ungeachtet, schimmert das echt Humane bei ihm herrlich durch. Goethe neigte sich der Entschuldigung und der Idealisirung der Wollust in einigen seiner Werke zu. Eine gefallene Tugend — wo der Geist noch tugendhaft ist! — kann auch entschuldigt werden. Gretchen, Klärchen, die Bayadere sind schön und herrlich. Christus selbst entschuldigt die büßende Magdalena. Das ist aber etwas ganz Anderes, als Victor Hugo's Dirnen. Seine Dialoge sind übrigens geistreich und der Zwang des Reimes verhindert ihn nicht an einer natürlichen Diction. Es finden sich mehrere gute Scenen in seinen Werken, so z. B. König Ludwig, der Richelieu bis auf den Tod haßt und ihm doch blindlings gehorcht — wie der Vogel, der in den Rachen der zischenden Klapperschlange hinabfliegt. Victor Hugo ist interessant. Man langweilt sich nicht mit ihm. Aber — wenn man ihn gelesen, so hat man einen bittern Nachgeschmack, denn wodurch erweckt er besonders das Interesse? Durch das Grausenhafte! Seine Stücke sind meistentheils Hinrichtungsscenen. Man folgt ihm auf den Richtplatz. Er malt uns Alles aus: den Scharfrichter, das Beil, den Block, die Angst des Sünders, das Blut, das Grausen der Zuschauer; aber man schämt sich fast nach der Lectüre, bei einer solchen Hinrichtung zugegen gewesen zu sein, und wie Tiberius und Nero eine geistige Wollust in der Nervenerschütterung der Schrecken und in der Grausamkeit gefunden zu haben. Noch habe ich Victor Hugo's lyrische Gedichte zu lesen. Diese sollen edler, besser sein; die allgemeine Meinung hier ist, daß er eigentlich ein lyrischer Dichter ist. Es wird mich erfreuen, von ihm etwas Schönes zu lesen. Die Schönheit ist doch der Stoff aller Kunst; Tugend und Wahrheit wird als etwas veraltetes verworfen. Ist die Schönheit gleichfalls veraltet? — Dann wäre es dem Loke geglückt, Ydun mit den Aepfeln wieder in Jothunheim in Ketten zu schmieden, und so könnte ja die ganze Natur veralten und ins Grab steigen. Das genialste Werk Victor Hugo's ist doch ohne Zweifel, der ungeheuren Mißgestalten und Auswüchse ungeachtet, sein Notre Dame de Paris. Es ist kein Kunstwerk; es ist ein unordentliches Magazin von Studien, welche mehr denn zur Hälfte das Buch füllen, und die gemacht sind, während er dasselbe schrieb. Die Ideen über das Romantische, über die alte Baukunst des Mittelalters hat er, aus unzusammenhängenden Mittheilungen und Traditionen, doch aus Deutschland geholt und in seiner Weise zugestutzt. Seine Abhandlung über die Architektur ist bis auf wenig Einfälle eine übertriebene Phantasterei. Wenn man weiß, was in dieser Richtung geschehen ist, seitdem Goethe seine kleine Abhandlung über Straßburg schrieb, und was später Wackenroder, Tieck, die Schlegel, Künstler und Kunstkenner wie der Architekt Moller, die Gebrüder Boisserée, wie in München die ausübenden Künstler geleistet haben, so wird Victor Hugo's Gerede davon kindisch und unwissend. Höchst sonderbar ist auch die Herzlosigkeit, die sich überall in dem Werke zeigt, der totale Mangel an religiösem Gefühl, wenn er z. B. die alte herrliche Kirche Notre Dame betrachtet — die ihm doch zu dem Ganzen begeistert hat, und diese edle, würdige Gedenktafel der Kunst nicht allein mit seinem abscheulichen, einäugigen, buckligen, rothhaarigen, tauben, boshaften Quasimodo vergleicht, sondern diese Bestie, als den Genius der Kirche hinstellt und sagt: „A tel point que, pour ceux, qui savent que Quasimodo a existé, Notre Dame est aujourd'hui déserte, inanimée, morte. On sent, qui'l y a quelque chose de disparu. Ce corps immense est vide, c'est un squelette; l'esprit la quitté, on en voit la place, et voila tout. C'est comme un crane, ou il y a encore des trous pour les yeux; mais plus de regard.“
Eine solche Art des Fühlens und des Denkens findet man überall im Buche. Aber das Buch ist interessant, weil es gute Scenen, einige gute Charaktere besitzt, und weil es ein Bild des pariser Lebens der damaligen Zeit giebt. Seine Leser in dieser Weise zu unterhalten, indem er nämlich seinen Roman zu einer Zeitschilderung macht, in welcher das individuell Historische hervortritt, hatte Victor Hugo von Walter Scott gelernt. Aber wie weit schöner und besser malt nicht dieser! Bei Walter Scott tritt immer das Schöne, das Edle als die Hauptsache hervor. Victor Hugo schildert den Crapule; in seinen Dramen, in aristokratischer Weise, den vornehmen Crapule, der nur die Wollust und die großsprechende dumme Courage kennt, um unbedingt, Alles aufopfernd, seinem einzigen Abgotte, seinem Dalai-Lama, seinem Vitzli-Putzli — dem Point d'honneur zu huldigen. Hier in Notre Dame wimmelt es von Pöbel, von europäischen Cannibalen. Aber das historische Colorit und einige gute Erfindungen machen es amüsant zu lesen, so ist z. B. die Scene mit dem zerbrochenen Kruge vorzüglich. Die schönste aller Schilderungen Victor Hugo's findet sich gleichfalls in diesem Buche: „Esmeralda“, die einzige eigentlich anmuthige und unschuldige Schöpfung, die seiner Phantasie entsprungen. Sie giebt Veranlassung zu vielen schönen, echt poetischen Scenen. Wie diese seine anmuthige Schöpfung in menschlicher Weise entstanden ist und in dem wildesten Crapule leben und gedeihen kann, ist eine andere Frage. Wie sie schuh-, strumpf- und handschuhlos noch immer eine fast soignirte Schönheit bleiben kann — da sie doch keine Fee ist — darüber die Natur zu fragen, würde wenig nutzen; denn dieselbe leiht den Erfindungen Victor Hugo's nur flüchtige Züge. Wir könnten ebenso leicht fragen, wie dieser elende, bucklige Quasimodo so ungeheure Kräfte besitzen kann. Aber — Esmeralda ist voller Anmuth — und hatte Victor Hugo auch nur sie allein geschildert, so war er schon dadurch Dichter. Einzelne Scenen mit ihr sind sogar meisterhaft, z. B., wo Phöbus sie vom Thurme zu den vornehmen Damen ruft; auch ihr Tod ist schön.
Aber, du lieber Gott, ich bin ja in eine lange Abhandlung gerathen, die den Briefton ganz verläßt! Jedoch — derselbe berührt etwas, allen denkenden und fühlenden Menschen unserer Zeit sehr Wichtiges: Das — in höherer Bedeutung — Sittliche, das in der engsten Bezeichnung zum Guten und Frommen steht.
Ich erinnere mich noch bei dieser Gelegenheit einer Aeußerung des Königs Louis Philipp gegen mich, die Ihr nicht ohne Interesse lesen werdet. Er klagte gleichfalls, indem er von dem Zeitgeiste sprach über les moeurs et les théâtres, und zuckte dabei mit den Achseln. Ich machte die Bemerkung, daß es gewiß schlimm und gefährlich sei, die Laster und die Ausschweifungen nur von einer brillanten Seite zu schildern. „Ich werde Ihnen eine Anekdote erzählen“, sagte der König, „die sich kürzlich hier ereignet hat. Ein junger Mann hatte eine Tante, die ihn sehr liebte. In einem schwachen Augenblicke vertraute sie ihm an, daß er in ihrem Testamente zum Universalerben eingesetzt sei. Kurz darauf stirbt die alte Tante; man findet, daß sie vergiftet ist, stellt eine Untersuchung an, und entdeckt, daß der junge Mann seine Wohlthäterin vergiftet hat. Er wird gefänglich eingezogen, zeigt aber — als die Thatsache hinlänglich erwiesen ist — nicht die geringste Trauer oder irgend eine Art von Gewissensbissen. In einem süßen menschenfreundlichen Tone betheuert er, die That vollbracht zu haben, um seiner Tante gefällig zu sein, weil sie alt und schwächlich, von den Krankheiten ihres Alters zu leiden hatte, und — weil sie doch so wie so baldigst hätte sterben müssen. Er hatte das Gift an einem Lamme versucht, das er gleichfalls sehr lieb hatte; dasselbe sei, wie später die Tante, ohne Schmerzen gestorben, und sie sei ihm also, aufrichtig gesprochen, noch obendrein verpflichtet, weil er ihr einen angenehmen, ruhigen und schmerzlosen Tod verschafft habe! Wie gefällt Ihnen das?“ fragte der alte König, nachdem er die Geschichte beendet hatte, und blickte mir dabei mit wahrem Menschengefühl ins Auge.
Ich nenne ihn alt, er ist auch alt; doch, weit entfernt schwach zu sein, ist er ein kräftiger Mann. Als ich ihm mit einer gewissen Eitelkeit erzählte, daß ich fünfundsechzig Jahre alt sei, rief er mit fröhlichem Stolze: „Aber ich bin einundsiebenzig.“
Spontini.
Eines Abends war ich in Gesellschaft bei dem reichen Instrumentenmacher Erard, woselbst sich, wie Jemand sehr witzig sagte, dreitausend Freunde versammelt hatten. Die Einladung zu diesem Balle hatten wir Spontini, dem Schwager Erard's, zu verdanken. Er ist ein Mann von wahren Verdiensten. „Die Vestalin“ ist ein Meisterstück, und „Ferdinand Cortez“ ist ausgezeichnete Musik. Er soll in seinem Vaterlande viel Gutes geübt haben, weshalb der Papst ihm den Grafentitel verlieh. Er war in Berlin Musikdirector und wollte — laut seines Contractes — nicht dem Theaterchef Graf Redern weichen. Hier verlief er sich durch die Behauptung, der König selbst vermöge nicht, sein ihm gegebenes Wort zurückzunehmen, wenn auch derselbe den Willen dazu habe. Spontini's Feinde verstanden diese Aeußerung in ein crimen laesae majestatis zu verdrehen. Es wurde eine Commission niedergesetzt, man sprach von neun Monat Gefängniß in Spandau. Darauf wurde die Sache vom König selbst niedergeschlagen. Spontini erhielt seinen Abschied und bekam seinen ganzen, bedeutenden Gehalt als lebenslängliche Pension; jetzt lebt er auf einem großen Fuße in Paris.