Von dem Kinde weiss ich nur
Dieses zu gestehen:
Dass von Leutha keine Spur.
Gestern war zu sehen.« —


So erklang des Jünglings Wort,
Aus der Seele Tiefen!
Wahrheit riss die Menge fort,
Furcht und Wahn entschliefen.

Eine Todten-Pause trug
Tod in Feindes-Leben;
Und das Herz der Freunde schlug,
Wie bei Fieber-Beben.

Doch — der strenge Richter spricht:
»Wahrheit lebt in Zeugen!
Wem der Zeugen Mund gebricht,
Muss der Qual sich beugen!

Zeugen, oder Folter-Qual,
Will der Zeiten Sitte;
Dich befreit, von solcher Wahl,
Thräne nicht, noch Bitte.

Fühllos, wie die Weltenuhr
Schlägt den Takt der Zeiten:
Mag Gesetz dem Rechte nur
Kraft und Sieg bereiten.

Soll Gesetz im Staatenspiel'
Bahn der Wahrheit brechen:
Darf nicht Mitleid und Gefühl
Richter-Wort bestechen.

Darum, Knechte, führet ihn,
Ob er sich bedenke,
Nach den Thurm-Gewölben hin,
Vor die Marter-Bänke!

Dort, wo Heide oder Christ,
Schrecken fühlt und Grauen:
Mag' er jedes Qualgerüst',
Nach der Stufe, schauen!