Zeig't ihm jedes Marterholz,
Wie der Grad sich nenne!
Dass vielleicht gebeugter Stolz,
Frei, die Schuld bekenne.« —


Heil, ob Gram und Kummerlast
Tief das Herz bewegen,
Warf dem Richter, schnell gefasst,
Dieses Wort entgegen:

»Göttlich war das Urgesetz
Für der Menschheit Leben;
Menschlich war das Nachgesetz,
Das der Mensch gegeben.

Doch — das Gold von gold'ner Zeit,
Die uns Lieder preisen:
Sank herab, im Völkerstreit';
Wurde Blei und Eisen!

Und der Zeiten Stahl und Blei,
Würgend um die Wette:
Brach des Ringes Gold entzwei
An der Menschen-Kette!

So, wie Brennus nach dem Sieg',
Einst am Römer-Tage:
Warf ihr Schwert, wenn Zweifel stieg,
Themis, in die Waage. —

Also leg't Ihr Herzen ein,
In die Folter-Schrauben;
Bis zu Thaten wird der Schein,
Und der Wahn zum Glauben. —

Aber, weises Landgericht!
Heil und seine Ehre
Fürchten Eure Folter nicht!
Nicht der Qualen Schwere!

Bitt're Qual, die mich bedroht,
Soll mir süss erscheinen!
Denn mich wird ein Martyr-Tod
Mit der Braut vereinen.