Dann endet sich das Fest der Trauer;
Das Leben senkt den Tod hinab! —
Zur Linken an der Tempelmauer,
Da gähnt der Schlund von ihrem Grab'!
Das Amen folgt dem Priestersegen! —
Die Uhr, die Jeder schlagen hört:
Ist nur das Herz, mit seinen Schlägen;
Ist nur der Schmerz, der sich empört!
Es regnet Kränze! dann entrollen,
Wie Würfel aus verweg'ner Hand,
Hinab zu Grab', die Gräberschollen;
Bis Rosa mit dem Sarg — verschwand.
Dann bringt ihr Heil ein Kreuz von Eisen:
Das soll der Heldin Orden sein:
Dann bringt die Welt — den Stein der Weisen,
Den inhaltschweren Todtenstein.
Mit Felsen würfeln Erdvulkane,
Mit Steinen würfelt auch die Luft;
Und Steine wirft der Mensch im Wahne,
Auf Bruderglück und seine Gruft!
Zeitlose Du, nicht Zeitenlose!
Dein Wandel geht durch alle Zeit.
Von Dornen frei, Du, keusche Rose,
Bist Rosa nun, der Ewigkeit!
Der Maienrose Duft und Leben:
Sie locken Wurm und Tod herbei;
Indess nun Engel Dich umschweben,
Und treu Dich pflegen, Rosa Mai!