»Am Ende hätten wir doch nur einen Aufschub erlangt! Ich kenne Helene besser! Hier hilft nur die stärkere Gewalt. Zum Glück kann ich auf das Bestimmteste ihr meine Einwilligung versagen; sie mag meinen Tod abwarten und –«

Des Advokaten Züge überflog ein leiser Spott, – »und in zwei Monaten ist sie mündig,« fügte er der abgebrochenen Phrase an. »Ich bekenne, daß ich nicht ganz begreife, weshalb gerade der jüngsten Comtesse Heirath dem gräflichen Hause so ganz besonders wichtig. –«

»Haben Sie nie bedacht, daß von den Töchtern unseres Hauses, deren eine unseren Namen dem ihres Gemahls beifügen kann, die Erhaltung des Geschlechts der Gejer oder wenigstens der Hauptlinie der Familie abhängt, oder abhängen wird, denn –«

»Allerdings scheint wenig Aussicht zu einer Descendenz des Grafen Friedrich geblieben; aber Graf Joachim –«

»Ist schwächlich wie ich! Ich kann und werde diese Verbindung mit dem jungen Roturier von einer zu ganz unbekannten Größen gehörenden Abstammung nie zugeben! Ich bin uns Allen schuldig, unter keiner Bedingung es zu thun. – Morgen soll mir Helene auf ihr Stift nach Wallöe!«

»Darf ich Ihnen rathen, so überreizen Sie das heftige Mädchen nicht! Treiben Sie sie nicht auf's Aeußerste –«

»Was kann sie in solcher Geschwindigkeit, binnen vierundzwanzig Stunden unternehmen, Alslev? Auch Sie übertreiben!«

»Sie könnte zum Beispiel den Geliebten dahin vermögen, mit ihr nach Frankreich oder England zu fliehen.«

»Tod und Teufel! Alslev! eine Gräfin Gejern!«