»Das scheinst Du Dir sehr einfach zu denken,« sagte er endlich. »Bitte höre aber wenigstens zu, was ich mir für Lebenspläne gemacht habe.«

Sie nickte und setzte sich wieder auf die Kiste. Die Füße streckte sie weit von sich und betrachtete augenscheinlich aufmerksam ihre großen derben Zugstiefel.

Er drehte beinahe verlegen an seinem Schnurrbarte. Ein Opfer wollte er von ihr fordern, – den eigensinnigen Kopf mit den männlich kurzen Haaren wollte er unter die weiblichste aller Trachten, unter die schlichte Haube der Diakonissin beugen. Er sah ängstlich auf die schwarzen kurzen Borsten herab. Endlich aber begann er zu sprechen.

»Ich kann nicht ewig am Diakonissenhause bleiben, das mußt Du einsehen, Cäcilie.«

»Sehe ich ein – weiter.«

»Ich bleibe dort, bis ich eine Volontairstelle bei einem Frauenarzt finde, ich will Specialist werden.«

»Auch gut – weiter.«

»Ich werde ungefähr zwei Jahre als Assistent arbeiten, dann will ich versuchen, mich selbständig zu machen. Zunächst muß ich dann auf Patienten warten, mir eine Praxis begründen. Habe ich die, so errichte ich eine Privatklinik, engagire dazu eine ehemalige Diakonissin und kann, wenn ich Glück habe, ein schönes Vermögen erwerben.«

»Das will ich Dir wünschen.« –

»Du sollst mehr thun, als es mir wünschen.«