»Na, dann wird das wohl die Schwester sein, die das Geld schickt,« meinte der Briefbote, »seh'n Sie mal, das kommt hier nämlich aus Amerika, vierhundert Mark – was sagen Sie dazu, Lorbeern?«
»Schnell, brechen Sie die Thür auf, ich weiß, wie nöthig er es braucht, wird das eine Freude sein!«
Mit einem einzigen Druck sprengte der Briefträger den schwachen Thürriegel.
Frau Lorbeer stürzte auf das Bett ihres Zimmerherrn los, fuhr aber mit einem gellenden Aufschrei zurück.
Bläulich geschwollen und entstellt lag da eine Leiche, die alle Spuren einer Vergiftung aufwies. –
Die an den Todten adressirte Geldsumme wurde von den Collegen desselben zur Beerdigung verwendet. Als Absenderin auf dem Postabschnitt aber lasen die Herren einen Namen, der ihnen bis dahin unbekannt geblieben war. Nur Doctor Brauer wußte eine Erklärung darüber zu geben. Der Name lautete: »Doctor Cäcilie Erhardt. Boston – Amerika.«
Ende!
Druck von A. Klarbaum, Berlin SO. 26.
Hinweise zur Transkription
Der Schmutztitel "Morphium" wurde an den Beginn des ersten Kapitels verschoben. Das Inhaltsverzeichnis und das Portrait der Autorin, die im Original hinter dem Schmutztitel stehen, wurden hinter die Titelseite verschoben.