Die im Vorstehenden aufgeführten 19 Arten umfassen nur wenig über ein Drittel der bis jetzt überhaupt bekannt gewordenen Molossiden. Nach dem neuesten Verzeichnisse der Säugethiere von Trouessart (Catal. Mammal. Nov. Edit. 1898–99. T. I, 142–149, T. II, Append. 1285–1286) und mit Einschluss der beiden von A. B. Meyer neu aufgestellten Nyctinomus sarasinorum (s. oben S. 16) und astrolabiensis (desgl. S. 19) stehen den 14 von mir untersuchten Nyctinomus-Arten 24, den 4 Species von Molossus 6 gegenüber, von denen ich kein Exemplar zur Verfügung hatte.
Das Verhalten dieser Arten in Bezug auf den Besitz löffelförmiger oder entsprechender Haare wird sich durch Prüfung des in den Museen vorhandenen Materials mit Leichtigkeit feststellen lassen, inzwischen mögen hier noch einige Notizen aus der Literatur Platz finden, die das Vorkommen solcher Haare für mehrere Arten wahrscheinlich machen, z. Th. sogar mit Sicherheit erweisen.
Dies gilt zunächst für Molossus temmincki (Lund), wie aus der Bemerkung Burmeisters[27] „die Lippen mit Hakenborsten[28] gleichmässig zerstreut besetzt“ ganz klar hervorgeht.
Sodann ist Nyctinomus macrotis Gr. zu nennen, über den Gray (Ann. Nat. Hist. IV, 5–6, 1840) folgende Angaben macht: „The pads of the great and little toes rather large, covered with white hairs, which are curved and rather dilated at the tip“[28]. Und ferner: „.. muzzle bald, with a central longitudinal and a transverse marginal ridge of close set short rigid hairs; upper lip with an oblong tuft of black hairs under the nose ..“. Dass es sich auch in der letzteren Bemerkung um Spatelhaare handelt, ist nicht unwahrscheinlich, zumal auch in der Abbildung der oberen Parthie des Kopfes dieser Species bei Dobson (PZS. 1876, 716, Fig. 3) oberhalb der Nasenlöcher vom Zeichner kurze steife Borsten angegeben sind, die wohl Spatelhaare vorstellen könnten.
Eine Anzahl weiterer, weniger bestimmter Äusserungen stelle ich nach der Reihenfolge der Arten in Trouessarts Catal. Mammal. 1898–99 hier noch kurz zusammen.
Molossus fluminensis Lat. „Des poils raides et courts occupent l’espace de demi cercle qui sépare le nez de la lèvre supérieure“. (Lataste, Ann. Mus. Genov. 30, 661; vgl. Fig. 1, 660. 1891). Vermuthlich entsprechen diese Haare dem Feld unterhalb der Nase bei Molossus rufus, dem diese Art sehr nahe steht (Lataste, l. c. 660).
M. bonariensis (Ptrs.). Die Abbildung bei Peters (Mb. Akad. Berl. 1874, 234. Taf. Fig. 1) zeigt die kurzen Härchen an den Verdickungen der Zehen sehr deutlich, eine Andeutung ist vielleicht an der Schnauze zu erkennen (Fig. 2 daselbst). Im Texte wird nichts darüber gesagt.
Nyctinomus orthotis H. Allen. „The face is occupied by a number of stout bristles between the ears and the muzzle“ (Allen, Proc. U. S. Nat. Mus. XII, 638. 1889).
N. kalinowskii Thos. In der Abbildung bei Thomas (PZS. 1893, pl. XXIX, Fig. 10) sind vorn an der Schnauze unterhalb der Nase kurze steife Borsten angegeben. Im Texte nicht erwähnt.
N. acetabulosus (Comm.). „Face thinly sprinkled with short rigid hairs, or rather bristles“. (Smith, Ill. Zool. S. Afr. Mammal. Dysopes natalensis Smith [pl. 49] 1849).