21. Crateromys schadenbergi (A. B. Meyer)

[Tafel XIII] Figur 3–6 und [Tafel XIV]

Nach einem Balg ohne Schädel und Knochen beschrieb ich[1] im Januar 1895 ein Phlœomys-artiges Thier vom Monte Datá in Nord Luzon, das bald darauf (Februar 1895) von Whitehead vom Hochgebirge Nord Luzons ohne nähere Fundortangabe[2] in mehreren Exemplaren nach Europa gesandt wurde, von denen das Museum zwei erwarb. O. Thomas hatte, besonders auf Grund des mit erhaltenen, sehr von Phlœomys abweichenden Schädels und Gebisses, sowie wegen des behaarten Schwanzes, dafür die Gattung Crateromys gebildet, er beschrieb aber die Exemplare nicht. Es ist nun interessant, aus den auf [Tafel XIV] in ⅓–¼ n. Gr. abgebildeten, dem ersten, von Dr. Schadenberg gesandten (2385 Fig. 1), und zweien von Whitehead (2451 und 2452 Fig. 2 und 3), zu ersehen, dass Crateromys schadenbergi in ganz ähnlicher Weise variirt wie Phlœomys cumingi. Nr. 2452 (Fig. 3), ein Männchen, erinnert in seiner Färbung auf das Lebhafteste an die grauen Phlœomys mit schwarzem Sattel von Nord Luzon, es ist ähnlich grau mit schwarzer Schnauzen- und Sattel-, sowie heller Gesichtzeichnung; auch die Unterseite ist weiss wie bei den betreffenden Phlœomys Exemplaren. 2451 (Fig. 2) ebenfalls ein Männchen (vom Sammler irrthümlich als Weibchen bezeichnet), noch schwärzer als der von mir beschriebene Typus, dessen Geschlecht nicht mehr zu eruiren ist, bedeutend kleiner und jünger als das graue, hat eine weisse Schwanzspitze, weisse Unterarme und weissen Bauch. Es bildet also den Übergang von dem fast ganz bräunlichschwarzen Typus (Fig. 1) zu dem grauschwarzweissen Männchen (Fig. 3), allein ihm fehlt die helle Zeichnung an Kopf und Hals, die der Typus aufweist, es ist hier überall dunkel und es finden sich nur hinter dem Ohr und an der Kehle hellere Parthien schwach angedeutet. Der Typus erscheint, gegenüber dem Tiefschwarz dieses Exemplares, bräunlich angeflogen, auch etwas grösser, erreicht aber lange nicht die Grösse des grauen, für das ich folgende Maasse angebe, aber nur mit theilweiser Gewähr, da die Knochen fehlen: [[33]]

2452 mas 2385 Typus
Totallänge 86 cm 70 cm
Körperlänge 47 cm,, 38 cm,,
Schwanz 39 cm,, 32 cm,,
Hand 3.7 cm,, ? 4.5 cm,,
Nagel des 4. Fingers 1.1 cm,, 0.9 cm,,
Fuss 6.3 cm,, ? 7 cm,,
Nagel der 4. Zehe 1.2 cm,, 0.9 cm,,

Man darf gewiss erwarten, von diesem merkwürdigen grossen Nager noch anders gezeichnete und noch stärker albinotische zu erhalten. Derartige schwarzweisse Zeichnungen kommen übrigens auch sonst bei Nagern vor, wie bei dem afrikanischen Lophiomys[3] imhausi A. M.-E. (Arch. Mus. Paris III Pl. 6 1867) mit seiner weissen Stirn- und Augenzeichnung und weissen Schwanzspitze.

Auf [Tafel XIII] Figur 3–6 ist der Schädel des Männchens 2452 in nat. Grösse in der norma lateralis, verticalis und basalis, und der Unterkiefer, von oben abgebildet. Ein Vergleich mit Gervais’ Schädelabbildungen von Phlœomys cumingi (Voy. Bonite pl. 7 Fig. 3–6) ergiebt die Unterschiede, von denen O. Thomas schon die bedeutendsten namhaft gemacht hat.


[1] Zeile 3 der Diagnose ist hinter cristae das Wort modo ausgefallen. [↑]

[2] Nach Ibis 1895, 437 (bei Grant) aber wahrscheinlich auch vom Monte Datá in Lepanto. — Im Darmstädter Museum befindet sich seit c. 23 Jahren ein Exemplar. [↑]