[3] Nach Lydekker (Geogr. Hist. Mamm. 1896, 239) Trilophomys. A. Milne-Edwards hatte Lophomys aber schon 1867 aufgestellt, Depéret erst 1890, und dieser taufte daher die Ratte aus dem Pliocän Frankreichs Trilophomys um (s. Zool. Rec. 1890 Mamm. 37, wo Lydekker selbst bemerkt hat: „generic name preoccupied“, und Zool. Rec. 1892 Mamm. 35). [↑]
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22. Phalanger celebensis (Gr.)
[Tafel XV] Figur 1 (c. ⅓ n. Gr.)
Nachdem Jentink 1885 (Notes Leyden Mus. VII, 104) in seiner klärenden Monographie der Gattung Cuscus Licht in die Verwirrung gebracht, die über Phalanger celebensis bis dahin geherrscht hatte, und O. Thomas 1888 (Cat. Mars. p. 206) weiterhin darüber, mit ausreichender Synonymie, gehandelt, bleibt vorerst wenig über die Art zu sagen. Jentink (p. 91 und 106) stellte das Vorkommen in Süd-Celebes noch etwas in Frage, allein ich selbst erhielt 1871 in Makassar ein Junges (B 391), Weber (Zool. Erg. I, 114 1890) fand die Art in Goa und neuerdings sah ich aus Everetts Sammlungen (vom October 1895) von Indrulaman, 2300′ hoch am Pik von Bonthain, ein Exemplar[1] und erwarb daraus ein Junges ebendaher für das Museum. Dieses besitzt ausserdem Exemplare von Kakaskassen, Kali und Manado in der Minahassa und von Gorontalo, im Ganzen 7. Hickson (Nat. N. Cel. 1889, 83) nennt die Art auf der Insel Talisse, nahe der Nordspitze von Celebes, häufig. Thomas (p. 207) führt sie auch von Sangi auf, und zwar nach einem von mir gesammelten Exemplar; allein die Sangi Form ist, wie wir gleich sehen werden, abzutrennen. Die Celebes Art wurde noch nicht abgebildet (s. bei Thomas pl. XXI, 4 nur das Ohr). Wie Jentink (p. 106 Anm. 2) schon wahrscheinlich machte, hatte Gray (P. Z. S. 1858 pl. LXII) nicht celebensis, sondern Exemplare von San Cristoval, Salomo Inseln, abgebildet, und Thomas (p. 204) stellte klar, dass es Exemplare von Ph. orientalis breviceps gewesen waren. Figur 1 [Tafel XV] ist ein Männchen von Kakaskassen (B 2841), das grösste der in Dresden vorhandenen Exemplare in c. ⅓ n. Gr.
Über die Schwanzschuppen mit centraler Papille, die besonders an der Schwanzbasis auftreten, handelte de Meijere (Haren Zoogd., Diss. 1893, 10 u. 54), sowie Reh (Jena Zeitschr. 29, 166, 1894). Die Tastlinien des Schwanzes erforderten vielleicht noch eine specielle mikroskopische Untersuchung.
Die Eingeborenen der Minahassa nennen das Thier kussi, die Maleiisch Sprechenden kussu. Ich sah einmal im März 1871 in der Nähe von Manado um 11 Uhr Mittags zwei sich Paarende auf einem hohen Baume. Das Weibchen hielt sich aufrecht, indem es mit den Vorderfüssen einen Zweig umklammerte. Beim ersten Schusse trennten sie sich, aber erst nach mehreren Schüssen fiel einer von etwa 80 Fuss Höhe mit gespreizten Beinen herab und lebte noch. Die Eingeborenen fangen sie, wenn sie sich auf einem einzeln stehenden Baum aufhalten, indem einer hinaufklettert, worauf das Thier sich herabfallen lässt, und ein Anderer fängt es dann unten ein. Auf bergigem Terrain soll es sich, verfolgt, wie eine Kugel [[34]]zusammenballen und herabrollen, was nicht gerade wahrscheinlich klingt. Bei Tage sieht es schlecht, aber kriecht doch umher. Es frisst allerlei Früchte. Die Eingebornen sagen, wenn man Einen sieht, müsse man schnell die Zahl 11 aussprechen, wenn zwei, die Zahl 12, sonst gelinge der Fang nicht. Das Fleisch wird gern gegessen und soll wie Wildschwein schmecken.
[1] Vgl. auch Everett bei Hartert: Nov. Zool. III, 150 1896. [↑]
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