Zugleich trennte Temminck (p. 112) C. nigrescens ab als braunschwarz, besonders auf den Schultern und dem Rücken, und mit jederseits ungetheilten Gesässchwielen, gegenüber den jederseits zweitheiligen bei niger. Die braunschwarze Färbung kann jedoch keinen Unterschied abgeben, denn alle Exemplare, junge wie alte, männliche wie weibliche, aus der Minahassa, von Manado tua und Lembeh haben, wie bereits bemerkt, mehr oder weniger Braun, letztere besonders ausgesprochen. Erst durch Schlegel (Cat. VII, 121 1876) erfuhr man, dass Temminck zur Fundirung seines nigrescens 5 Exemplare von Gorontalo, Tulabello und Tomini, also nicht aus der Minahassa, dienten, bei denen es allerdings auffällig ist, dass sie jederseits eine ungetheilte Gesässchwiele haben, gegenüber der jederseits zweitheiligen der Minahassa Exemplare. Schlegel (p. 119) hielt dies für individuelle Variation, was ich nicht annehmen möchte. Die 5 genannten Exemplare, in den Jahren 1842 und 1864, also in 22jährigem Zwischenraum, an 3 verschiedenen Localitäten gesammelt, sprechen schon dagegen, und von den 16 Exemplaren des Dresdner Museums von der Minahassa, Manado tua und Lembeh hat nicht Eines eine ungetheilte Gesässchwiele, auch führt Schlegel (p. 120) unter 5 Exemplaren der Minahassa nur eines an, das sie links ungetheilt habe. Von den Gefangenschafts-Exemplaren, deren Herkunft man nicht kennt, sehe ich ab. Man kann daher hier nicht von individueller Variation sprechen, sondern es dürfte sich um einen constanten Charakter, der einer geographischen Provinz angehört, handeln. Auch ich habe in meinem Tagebuch eine Notiz, dass das Gesäss der Gorontaloer Affen dunkler sei, als das der Minahassaer, es muss mir also eine Verschiedenheit aufgefallen sein, ich hatte jedoch keine Gelegenheit, dies näher zu verfolgen. Jedenfalls muss es durch weitere Untersuchungen klar gestellt werden, wie auch, ob andere Differenzen vorhanden sind, vorläufig allerdings lässt sich C. nigrescens als Subspecies—mehr würde die Form nie beanspruchen können—nicht erweisen, sondern man kann nur sagen, dass die Exemplare von Gorontalo bis Tomini an den Gesässchwielen von den Minahassa Exemplaren abzuweichen scheinen.


Der Batjan-Affe ist derselbe wie der der Minahassa, von wo er auch dorthin gebracht[5] worden sein dürfte. Die 2 Exemplare des Museums haben zweitheilige Schwielen und unter den 5 des Leidener Museums (Schlegel l. c. 121) hat nur eines ungetheilte. Das von Quoy & Gaimard (Voy. Astrol. pl. 7 1833) abgebildete Gesäss eines Exemplares von Makjan (rect. Batjan) ist ungetheilt, allein auf diese Abbildung dürfte kaum Etwas zu geben sein. Ich muss auch bemerken, dass die Art des Trocknens der Häute und die Art des Präparirens hier irreführen kann; 2 Exemplare aus der Minahassa schienen ungetheilte Schwielen zu haben, nach dem Aufweichen kam die Theilung jedoch sehr deutlich zum Vorschein. Anderson (An. Zool. Res. I, 83 1878 Anm.) lässt auf Batjan nigrescens zu Hause sein—„Celebes, Moluccas, and the small adjacent Island of Batchian“ (sic!) —, was nun ganz irrig ist.[6]

Die sich durch fast alle Bücher schleppende irrthümliche Angabe, dass sich diese oder eine verwandte [[8]]Art auch auf den Philippinen fände[7], mag daher rühren, dass die seit lange jährlich die Minahassa und die Tominibucht zum Cacao-Einkaufe besuchenden Philippinen-Schiffe lebende Affen mit zurücknahmen, die dann z. B. von Manila aus in ein europäisches Museum kamen oder sonst (z. B. von Sulu durch Gogorza, An. Soc. Espan. XVII, 9 des S. A., 1888) registrirt wurden. Eine solche Verschleppung hat gewiss oft statt gefunden, denn Affen werden jedem einlaufenden Schiff angeboten, so mir sofort, als ich am 25. November 1870 Abends in Kema per Dampfschiff ankam.


[1] Everett (P. Z. S. 1893, 494) führt arctoides auch von Borneo auf, indem er melanotus Ogilb., den Günther (P. Z. S. 1876, 425) von dort nennt, damit identificirt (nach Anderson: An. Zool. Res. I, 45 1878 und Cat. Mamm. I, 74 1881), allein das betreffende junge Exemplar hatte, bei einer Körperlänge von 12 Zoll, einen 3½ Zoll langen Schwanz, es kann also nicht arctoides gewesen sein. (S. auch Hose Mamm. Borneo 1893, 8.) Die neuesten Abbildungen von jungen und alten arctoides findet man bei Anderson (l. c. pl. I u. II 1878). [↑]

[2] Die ähnliche Färbung jüngerer Exemplare scheint z. B. Wallace, der vielleicht keine oder wenig Affen auf Celebes schoss, verleitet zu haben, M. maurus im Süden für C. niger zu halten (Mal. Arch. D. A. I, 331 1869), was schon Weber (Zool. Erg. I, 103 1890) bespricht (vgl. auch Jentink: T. Aardr. Gen. 1889, 246). So irrte Wallace auch, wohl ebenfalls in Folge dieser Verwechselung, wenn er C. niger über „ganz Celebes“ (p. 393) verbreitet sein lässt; wir sahen bereits oben unter M. maurus, dass er wahrscheinlich nur die Nordhalbinsel bewohnt. Auch Teijsmann (Nat. T. Ned. Ind. 38, 77 1879, s. auch 23, 367 1861) nahm M. maurus im Süden (Pangkadjene) für C. niger; er heisst hier dureh. (S. auch oben p. 1 Anm. 2.) [↑]

[3] Die entsprechenden Maasse einiger jüngeren weiblichen Exemplare sind:

B 2737 (Cel.) B 3077 (Lembeh) B 1475 (Batjan)
Länge des Femur 158mm 146mm 176mm
Länge der Tibia 143mm,, 138mm,, 158mm,,
Länge des Humerus 141mm,, 130mm,, 157mm,,
Länge des Radius 147mm,, 136mm,, 159mm,,