Hickson knüpft an die grösseren Dimensionen der Exemplare von Celébes die Vermuthung, „that the struggle for existence among bats is so keen in Celebes, that only the extremely long-winged forms … have been able to compete in the conditions of life“. Für Cephalotes peroni (s. unten p. 9) aber zieht er für die angeblich geringeren Dimensionen der Celébes-Exemplare dieselbe Schlussfolgerung.

Uronycteris cephalotes soll nach verschiedenen Quellen von Celébes bis Morotai, Halmahéra, Gebeh, Ambon, Timorlaut, NW Neu Guinea und Cap York zu Hause sein, während auf Misol, SO Neu Guinea, Fergusson, Duke of York, Neu Irland und den Salomo Inseln U. major (Dobs.) vorkäme, welche Art nach Dobson (Cat. 1878, 89) grösser und heller ist als cephalotes, aber kürzere Ohren und längere Nasenröhren hat, bei abweichendem Schädel und Zahnbau (PZS. 1877, 117 Abb.). Nun giebt Dobson den Vorderarm von major auf 78 mm (3.1 inch.) an, was dem Celébes-Maasse bis 76 bei cephalotes (Hickson) und dem [[9]]von Siao mit 75 ganz nahe kommt. Wenn er von major sagt: „upper canine with a prominent cusp“, von cephalotes „with a blunt ill-defined external projection“ (s. auch Fig. 2 a und 3 a, l. c.), so muss ich dazu bemerken, dass dies nicht durchgreifend ist, denn ein Männchen von Amurang, Nord Celébes, im Dresdner Museum (Nr. 683) zeigt den major-Charakter, bei einer Vorderarmlänge von 66 mm. Was die Färbung angeht, so sagt Dobson von der Unterseite von cephalotes (Cat. 89): „dull yellowish white“ und von der von major (p. 90): „dull yellowish buff throughout“. Exemplare von cephalotes von Tonkean (NO Celébes), Siao und Talaut im Dresdner Museum aber sind keinenfalls dull yellowish white, soweit man derartige Farbenbezeichnungen beurtheilen kann. Es giebt hellere und dunklere Exemplare aus der Minahassa, die eben erwähnten von Tonkean etc. aber sind eher „raw umber“ oder „tawny-olive“ (Ridgway Pl. III, 14 und 17), also auch nicht „dull yellowish buff“; auf der anderen Seite stimmt ein mir vorliegendes Exemplar von major von Fergusson Is. in der Farbe der Unterseite genau mit einem von cephalotes von Gorontalo in Celébes, wenigstens wie letztere Art bis jetzt angesehen wurde. U. cephalotes variirt, wie viele Arten in der Färbung je nach dem Alter, worauf schon Peters (Mb. Ak. Berlin 1867, 868) aufmerksam gemacht hat.

Wenn ich nun auch nicht dahin neige, den Werth von major als Subspecies anzuzweifeln, so ist doch, auch angesichts der bis jetzt bekannten geographischen Verbreitung der beiden Formen, die Sachlage unklar. Da die grosse U. major auf Misol vorkommen soll (Cat. MPB. XII, 186) und auf Celébes nebst Siao eine Form, die etwas grösser ist als die typische kleine cephalotes der dazwischen liegenden Fundorte (Ternate, Halmahéra, Ambon), so müssten auch diese zwei Formen von cephalotes einander und major subspecifisch coordinirt werden. Allein das Material der Museen ist noch zu ungenügend, um hier festen Fuss fassen zu können; dazu wären nicht nur viel mehr Exemplare von den bereits bekannten Fundorten nöthig, sondern auch solche von den zwischen Celébes und SO Neu Guinea liegenden Gegenden, von denen noch Nichts bekannt ist. Erst dann wird man urtheilen können, welcher Werth der U. major zukommt, und ob auch das Celébes-Areal eine Subspecies beherbergt.

[[Inhalt]]

12. Cephalotes peroni Geoffr.

Die Art findet sich von Celébes bis zu den Salomo Inseln. Auf Celébes selbst ist sie vom Norden und Süden bekannt. Vom Norden von Amurang[4] in der Minahassa und von Gorontalo (Mus. Leid.), desgleichen und von Manado (Mus. Dresd.), wozu noch die obigen Sarasinschen Fundorte kommen; vom Süden von Makassar (Mus. Dresd.); auch Jentinks Exemplar p (Cat. XII, 156) ist aus Süd Celébes, da Teijsmann 1877 in Süd Celébes (und Saleyer) sammelte (s. NTNI. 1879, 54). Das Dresdner Museum hat die Art ferner von Sangi und Talaut, von wo sie noch nicht registrirt war.

Hickson (Nat. N. Cel. 1893, 85 und 359) sagt, dass die Exemplare von Manado im Durchschnitte kürzere Vorderarme hätten als die aus andern Theilen des Archipels, und zwar 104 mm von Manado gegen 103–151 von anderswo, allein er giebt weder an, wie viele Exemplare von Manado er gemessen hat, noch ob sie adult waren; letzteres bezweifle ich, da ein Sarasinsches (c) 117 und ein Dresdner von Amurang 115 misst; seine Behauptung ist so ungenügend fundirt, dass ihr keine Beweiskraft zukommt, und damit fällt auch die daran geknüpfte Schlussfolgerung (vgl. oben bei Uronycteris cephalotes p. 8). Weit entfernt eine an die Localität gebundene Differenz in den Maassen des Vorderarms a priori in Abrede stellen zu wollen, so gehört doch, meine ich, zu ihrer Constatirung eine ganz andere Grundlage.

Dobson beschrieb 1878 (PZS. 875) eine zweite Art der Gattung Cephalotes, C. minor, von Amberbaki, Nordwest Neu Guinea und sagt, sie sei halb so gross wie C. peroni, sonst gleich, nur mit weniger spitzen Ohren und viel kleineren Füssen, auch setze die Flügelmembran an der äusseren Zeh und tiefer an, und die Zähne seien „slightly different“. Das Dresdner Museum besitzt ein sehr grosses Exemplar [[10]](Balg) von der Insel Mansinam bei Doré, Nordwest Neu Guinea, das den angeführten Charakter der Flügelmembran exquisit aufweist, während die anderen angegebenen Unterscheidungsmerkmale hier nicht zutreffen; die ganze Länge (Kopf und Körper) ist c 225 mm, der Vorderarm 148. Ferner ein kleines Exemplar von der Astrolabebai, Südost Neu Guinea (in Spiritus), das ebenfalls den abweichenden Flügelmembranansatz zeigt; ganze Länge c 100 mm, Vorderarm 70. Dagegen ist ein Exemplar von der Insel Mysore in der Geelvinkbai in dieser Beziehung typisch wie C. peroni und ebenso verhalten sich die Exemplare von Ternate und Ambon. Dass die bis jetzt bekannten 3 Neu Guinea Exemplare nur zufällig jenen unterscheidenden Charakter aufweisen sollten, ist auszuschliessen; welche Bedeutung ihm aber, bei den nicht stichhaltigen anderen von Dobson aufgeführten Unterschieden, beizumessen ist, wird erst die Zukunft lehren.

[[Inhalt]]