13. Carponycteris australis (Ptrs.)
- a. mas, in Spiritus, Kema, Minahassa, Nord Celébes, 21. VIII 93 (39 mm).
- b–e. fem., dgl. (39 mm).
Peters benannte (Mb. Ak. Berl. 1868, 13 Anm.) eine kleinere Carponycteris-Art von Rockhampton, Ost Australien, gegenüber der grösseren minima (Geoffr.), als var. australis und führte sie später (l. c. p. 871) als Art auf mit dem Bemerken, dass es noch fraglich sei, ob man es mit einer Art oder einer Localrasse zu thun habe (er sagt da, irrthümlicherweise, von West Australien). Dobson (Cat. 1878, 96) citirt zwar Peters unter Macroglossus minimus, ignorirt aber australis und giebt die Verbreitung von minima als von Darjeeling bis zu den Philippinen, Nord und West Australien und Neu Irland; Thomas dagegen (PZS. 1888, 476) nennt australis von den Salomo Inseln und sagt, die Art unterscheide sich von minima auch durch das tief gefurchte Rhinarium (die sonstigen Unterschiede im Gesichte, die Thomas anführt, — Gesicht und Oberlippe kürzer — kann ich an dem Dresdner Materiale nicht auffinden), und sie gehe bis zu den Philippinen (1898 TZS. XIV, 385 führt er sie auch von Negros auf, und Matschie Sb. ntw. Fr. Berl. 1898, 39 von Tablan), Mysol und Duke of York; die Vorderarmlänge von minima (10 Ex.) sei 38–43 mm, die von 5 javanischen Exemplaren 45–48 (später hat Thomas noch eine Art: crassa von den Fergusson Inseln beschrieben, die aber nicht kleiner ist als minima, NZ. 1895, II, 163). Blanford, der Thomas auf einen wesentlich unterscheidenden Charakter von australis aufmerksam gemacht hat (PZS. 1888, 476 Anm.), sagt in seiner Fauna von Britisch Indien (Mam. 1888, 265) noch, dass es nur éine Art Carponycteris gäbe.
Über die Zugehörigkeit der Nord Celébes-Exemplare der Herren Sarasin zu australis waltet für mich kein Zweifel ob. Jentink führte zwar (NLM. 1883 V, 174, 1888 XI, 29 und Cat. MPB. 1888 XII, 159) minima von Nord Celébes auf, allein dies war, ehe Thomas die Unterschiede von australis klar gelegt hatte. Das Maass der Vorderarme mit 39 mm und das gefurchte Rhinarium weisen den Celébes-Exemplaren ihre Stelle an. Das Dresdner Museum besitzt australis ferner von Sangi (39 mm), Nordwest Neu Guinea (42), Aru (38.5) und Murray Insel (38) — es sind hier in Parenthese immer nur die Maximalmaasse angegeben —, die Vorderarme variiren also von 38–42 (Thomas 38–43), während die Exemplare von Java und Sumátra (minima) von 44.5–46.5 (Thomas 45–48) variiren.
Bei dem noch so mangelhaften Materiale der Sammlungen lässt sich heute nicht festlegen, wo die geographische Grenze zwischen C. minima und der Subspecies australis zu ziehen sei, speciell Bórneo steht noch aus, aber es scheint, dass die Festlandsform minima sich bis Java erstreckt, und dass australis von den Philippinen und Celébes bis zu den Salomo Inseln und Ost Australien verbreitet ist. [[11]]
[1] Bei den Fledermäusen sind (in Parenthese) die Vorderarmmaasse angegeben, auf die stets, als charakteristisch, Werth gelegt wurde; neuerdings machte Jentink (Webers Zool. Erg. I, 125 1891) noch besonders darauf aufmerksam, dass es besser sei, dies Maass zur Beurtheilung des Alters des Individuums anzuführen, als die Bezeichnungen adult, semiadult, juv. etc. Man darf dabei aber nicht übersehen, dass ein exactes Messen des Vorderarms nur am Skelette möglich ist, wo man den Radius, die Ulna und den Sesamknochen der Tricepssehne gesondert vor sich hat. Bei Bälgen ist es schwer und oft gar nicht möglich, das proximale Ende der verkümmerten Ulna zu tasten und es von dem Sesamknochen zu trennen. Auch bei Spiritusexemplaren ist es nicht leicht. Das empfehlenswertheste Maass wäre das des Radius, der bei den Fledermäusen so vorzüglich entwickelt ist, aber auch dies wäre an Bälgen und Spiritusexemplaren oft schwer oder unmöglich exact zu nehmen, da man füglich weder sein proximales noch sein distales Ende bei jedem Exemplare freilegen kann. Es ist daher unter der „Länge des Vorderarms“ stets nur ein ungefähres Maass zu verstehen, was aber auch für den vorliegenden Zweck genügt. [↑]
[2] Xantharpyia J. E. Gray List spec. Mam. Br. M. 1843, 37: Cynonycteris Peters Reise Mossamb. I Säugeth. 1852, 25. Schon Blanford (Fauna Br. Ind. Mam. 1888, 261) und Thomas (PZS. 1894, 449 etc.) haben sich für Xantharpyia entschieden. [↑]
[3] Thomas brauchte 1895 (NZ. II, 163) Uronycteris, statt des bis dahin üblichen Gattungsnamens Harpyia und sagte anmerkungsweise: „Lydekker; replacing Harpyia …, preoccupied“, allein, so viel ich sehe, that Lydekker dies nicht. Er hat (Flower & L.: Intr. Mam. 1891, 654) Carponycteris für Macroglossus eingeführt, aber gebraucht (p. 653) Harpyia, und Thomas selbst kehrte 1896 (NZ. III, 526) zu Harpyia zurück. Uronycteris rührt von Gray her (PZS. 1862, 262). Harpyia Ill. (Chir.) stammt aus dem Jahr 1811, Harpyia Ochsh. (Lep.) aus dem J. 1810, dieser Name muss daher für die Fledermausgattung Uronycteris Platz machen. [↑]
[4] Im Cat. MPB. XII, 156 (1888) ist zwar Ex. o als von Menado aufgeführt, allein es ist nach Jentink NLM. V, 170 und 174 (1883) von Amurang. [↑]