Der Angeredete hoppste mit den Füßen.

»Se ham zweemal gehoppst statt blos emal, Se ham immer noch rechts!«

Der Sünder brummte etwas in den Bart, hoppste aber noch einmal, diesmal besser. — —

»Heinrich — kommt Deine Alte och ’naus?«

»Na — ob — de ganze Familie — S’is aber ooch zu scheene heite! — — —«

Auf dem alten idyllisch gelegenen Exercirplatz der damaligen kleinen Garnison, der zwischen Gohlis und der Gerberstraße — weiter erstreckte sich damals die Stadt nicht — liegt und der das Rosenthal im Rücken hat, standen zu den Zeiten, wo die Communalgarde exercirte, riesige Restaurationszelte aufgeschlagen, deren bunte Fahnen und Wimpel gar lustig im Winde wehten. Lager- und Bayerisch Bier, aber auch Braunbier in steinernen Flaschen, sowie Gose, vor Allem aber die Düfte, welche die in den Blechkesseln brodelnden Stöpelschen echten Wiener Würstchen verbreiteten, ließen lucullische Genüsse erwarten, und Mancher der nach dem kurzen Marsch auf den Platz rückenden Gardisten hob schon von der Ferne schnüffelnd sein Riechorgan und ein mildes Lächeln verdrängte die finstere Miene von der Stirn des von der Schwere eines viertelstündigen Marsches angegriffenen kriegerischen Bürgers. Der Commandant, der seine Leute kannte, hatte denn auch ein Einsehen, denn nach glücklich vollzogenem Aufmarsch ließ er die Gewehre zusammensetzen und die Mannschaften wegtreten. Die den Marsch begleitenden oder ihm vorausgeeilten Frauen oder Kinder der gewappneten Bürger hatten mittlerweile bereits in ihrem Stammzelte Quartier gemacht und empfingen nun den Gatten und Vater, und nun flogen die befrackten dienstbaren Geister, daß es eine Lust war.

»I Herrjeh, Meister Werner, is denn das Ihr Kleenster? Wie alt is er denn?«

»Elf Monate — ä dichtiger Kerl, nich wahr?« antwortet der Meister stolz und setzt das bewußte jüngste Glied seiner zahlreichen Familie auf seinen Schoß. Plötzlich aber hebt er höchst ärgerlich den Knaben empor und übergiebt ihn den Händen der ahnungsvollen Gattin.

»Schweinigel!« murmelt der glückliche Vater erzürnt, »s’is mer, weeß Gott, durch un durch gegangen!« und eifrig wischt er an seinen unschuldsfarbenen Unaussprechlichen.

Da rufen die Hörner zum kriegerischen Dienst und die Gardisten streben mehr oder minder eilig ihren Compagnieplätzen zu.