Dr. Gustav Haubold,
Vormund der 4 unmündigen Geschwister Blum.
Diese Abschiedsworte aber lauteten:
Mein theures, gutes, liebes Weib!
Lebe wohl für die Zeit, die man ewig nennt, die es aber nicht sein wird. Erziehe unsre — jetzt nur Deine Kinder zu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen. — Unser kleines Vermögen verkaufe mit Hilfe unsrer Freunde. Gott und gute Menschen werden Euch ja helfen. Alles was ich empfinde rinnt in Thränen dahin, daher nur nochmals: leb wohl theures Weib. Betrachte unsre Kinder als theuerstes Vermächtniß, mit dem Du wuchern mußt und ehre so Deinen treuen Gatten. Leb wohl, leb wohl! Tausend, tausend — die letzten Küsse von:
Deinem
Robert.
Wien, den 9. Nov. 1848, Morgens 5 Uhr.
Um 6 Uhr habe ich vollendet!
Nachschrift.
Die Ringe hatte ich vergessen, ich drücke Dir den letzten Kuß auf den Trauring. Mein Siegelring ist für Hans, die Uhr für Richard, der Diamantknopf für Ida, die Kette für Alfred als Andenken. Alle sonstigen Andenken vertheile Du nach Deinem Ermessen. —
Man kommt, lebe wohl! Lebe wohl!