Die Hiersemusen.

Frau Müller und Frau Lehmann wissen’s natürlich nicht und zittern vor Neugierde.

»Eene arme verlass’ne Creatur is se — aus Liebe is se ibergeschnappt, weil se der schlechte Kerl verlassen hat — —«

»Nee — die Männer — die Männer —«

»Aber — das is noch lange nich Alles — ’s richt’ge Geheimniß kommt erst noch — aber — ich bitte Sie — keen Menschen en eenziges Wort — nicht wahr? Mer kommt doch für seine Güte nich gern in Ungelegenheiten.«

Die Müllern legt betheuernd die Hand auf die Brust und gelobt tiefstes Schweigen. Die Lehmann reckt alle zehn Finger in die Luft — sie ist sprachlos vor Neugierde.

»Hab’n Se gesehn, was de Hierschemusen immer vor feine Sachen hat — wenn Se se ooch immer zur verkehrten Jahreszeit anzieht, heite den nobeln Pelzmantel — —«

»Un vorigen Winter e echtes blaues Barègekleid mit drei großen Volants un e breiten idaliänschen Strohhut — — —« fällt die Müllern ein.

»Un e ganz neien Sonnenschirm von gelber Seide mit Spitzen — —«, sagt die Lehmann.

»Sehn Se? Sehn Se?« fährt Frau Melzer triumphirend fort. »Un — wo hat se’n her? Liederlich is se nich und ooch nich mehr in den Jahren dazu — verdienen thut se ooch nischt — also? — — Ich weeß es — woll’n Se’s wissen?«