| 6 | Oberfeuerwehrmänner, | ||
| 1 | Fourier, | ||
| 36 | Feuerwehrmänner, | ||
| 18 | Spritzenmänner, | ||
| 81 | do. Tag- und Nachtabtheilung | ||
| Sa. | 142 | Mann, |
hierzu kamen noch 20 Chaisenträger und 25 Laternenwächter, also zusammen 187 Mann, von denen am Tage 103, in der Nacht 184 Mann präsent waren.[1]
Dieselben vertheilten sich auf 7 Wachen. Eine 8. Wache bezog die Turnerfeuerwehr und Rettungskompagnie abwechselnd, aber nur täglich auf die Zeit von Abends 8 Uhr bis Morgens 5 Uhr.
Hierzu kamen an Reserve-Mannschaften: 670 Mann mit 13 Viertelsspritzen; 120 Mann freiwillige Rettungskompagnie.
Demnach, unter Nichtrechnung der Turnerfeuerwehr, welche sich bereits 1871 auflöste, zusammen 977 Mann mit 47 Spritzen und den sonstigen erforderlichen Geräthen. (Hierbei eine Landspritze (Omnibusspritze) von Jauck in Leipzig.)
Nachdem die Turnerfeuerwehr mit der Neuorganisation der städtischen Berufsfeuerwehr auf 3 Züge gebracht worden war, erhielt dieselbe ihr Wachlokal, welches sie abwechselnd mit der Rettungskompagnie zu beziehen hatte, in der Fleischhalle (jetzt interimistisches Reichsgericht) Ecke des Brühls und der Goethestraße und zwar in einem Gewölbe nach dem Brühl heraus. Die Wachtmannschaften bestanden je aus 10 Mann unter dem Commando eines Zugführers, Rottmeisters oder Steigers und war so eingetheilt, daß jede Abtheilung im Jahre 16 Wachen zu thun hatte. Wir kommen auf diese Wachen noch speziell weiter hinten in einem besonderen Artikel zurück. Der Dienst bei der Turnerfeuerwehr sowohl, als bei der Rettungskompagnie waren unentgeltlich zu leisten, und für den Wachtdienst und bei dem Ausbruch von Schadenfeuern wurde vom Rath der Stadt Leipzig eine kleine Entschädigung gewährt. Bei der Dämpfung aller Brände, welche unsre Stadt, von der Errichtung der Turnerfeuerwehr bis zu deren Auflösung betraf, nahm die Turnerfeuerwehr hervorragenden Antheil, indeß konnte es bei dem immer weiter fortschreitenden Ausbau des Feuerlöschwesens in Leipzig allmälig nicht an Anfangs nur kleinen Differenzen zwischen Berufs- und Turnerfeuerwehr fehlen. Thatsache ist, daß man von Seiten der ersteren die letztere, trotzdem sie es eigentlich war, welche zum Ausbau des städtischen Feuerlöschwesens nicht nur in vielen Fällen die ersten Direktiven und nothwendigen Fingerzeige gegeben hatte und deren exakte Organisation und Eingreifen bei Bränden sich jederzeit auf das Vortrefflichste bewährt hatte, nach und nach über die Achsel anzusehen und als etwas Entbehrliches zu betrachten begann. Diese bedauerlichen Zustände spitzten sich im Laufe der Jahre immer mehr und mehr zu. Selbst von untergeordneten Mitgliedern der Berufsfeuerwehr mußten solche der Turnerfeuerwehr manche Nichtachtung ertragen, obwohl sich die Mitglieder der letzteren aus den besten Ständen zusammensetzten. Auf Beschwerden erfolgten laue Verweise, die in keiner Weise das gekränkte Ehrgefühl des Corps zu beruhigen vermochten, ja dasselbe mußte schließlich selbst einsehen, daß man den offenbaren Wunsch, sie los zu sein, selbst höheren Ortes hegte und so kam es denn allmälig so weit, daß das Corps, obwohl mit Leib und Seele für ihren freiwillig übernommenen Beruf begeistert und thätig, mit bittren Gefühlen und schweren Herzen seine freiwillige Auflösung selbst beschloß und diese im Juni 1871 erfolgte. Wie manches früher mit Begeisterung aufgenommene Gute und Vortreffliche später bei Seite geschoben wird, so erging es auch der Turnerfeuerwehr und nach ihr der freiwilligen Rettungskompagnie; aber es ist die Pflicht des Chronisten, derartige gemeinnützige Einrichtungen auch für spätere Generationen in der Geschichte der Stadt zu verzeichnen und dadurch die Anerkennung und den Dank, den unsre Vaterstadt denselben schuldet, zum dauernden Ausdruck zu bringen.
Oswald Faber,
Führer des zweiten Zuges der ehemaligen Leipziger Turner-Feuerwehr.
Die Commandanten der Turnerfeuerwehr waren: Advocat Max Rose (später Stadtrath), Staatsanwalt Löwe.