Und nun dieser Stein!

Ein ausgezeichneter Verwaltungsbeamter, ein fleißiger Arbeiter, aber schroff, steifnackig, eigenwillig, geradeheraus und herrisch! Er stellte gar Bedingungen! Entweder du tust meinen Willen oder ich gehe!

Das ginge nicht! Das dürfte nicht sein! Er sollte bleiben! Er müsse sich aber ducken, müsse sich an die Trense gewöhnen. Nachher ließe sich schon gut mit ihm fahren!

Der König blickte Beyme an, der noch in gespannter Aufmerksamkeit wartete.

„Wollen Uns die Sache noch überlegen!“ sagte er kurz. „Seinen Verweis hat der Freiherr! Die anderen werden ihrem Teil auch nicht entgehen! Er aber sorge dafür, daß uns der Straßenpöbel mit aufrührerischen Kundgebungen nicht noch einmal inkommodiere! Dulden Wir das, so steht das ganze Volk auf und will mitregieren!“

„Gestatten, Majestät – auf der Straße gibt es immer Leute, die mitschreien, wo es zu schreien gibt. Sie sind nicht das Volk. Das Volk ist froh und zufrieden, eine weise Regierung zu haben, die ihm den Frieden sichert, damit es in [pg 119]Ruhe seinem Erwerb nachgehen kann. Die Neutralitätspolitik von Euer Majestät Regierung hat das bewirkt und einen noch nicht dagewesenen Wohlstand erzeugt. Man ist überglücklich und zittert nur vor dem einen: in den allgemeinen Kriegsstrudel hineingezogen zu werden. Man will den Krieg nicht –“

„Aber man schreit auf den Straßen und sucht ihn zu provozieren. Ob Krieg oder Friede, haben Wir nach Unserem Ermessen zu entscheiden. Wir wollen den Krieg nicht. Das merke Er sich, Beyme. Er kann gehen!“

Der Kabinettsrat verbeugte sich, so tief es seine kugelrunde Statur erlaubte, und ging.

Der König rief seinen Generaladjutanten und Kabinettsrat für militärische Angelegenheiten, den Oberst von Kleist, und verfügte kurz:

„Den königlichen Prinzen ist zu befehlen, sich sofort zur Armee, zu ihren respektiven Truppenteilen zu verfügen. Haben zuviel Freiheit gehabt, müssen sich wieder an Disziplin gewöhnen!“