Aber sein Adjutant kam nicht zurück, sein Sohn, den er nachschickte, kam wohl wieder, aber ohne Bescheid.
Weder Infanterie noch Artillerie wurden ihm geschickt, dafür fuhr eine Batterie die Chaussee nach Hassenhausen in Karriere hinauf und wurde vom Feind in der Fahrt genommen.
Blücher gab dann seinen Eskadrons Befehl zur Attacke, um auch so die feindliche Infanterie zu durchbrechen. Sie erhielten zwar von links starkes Kartätschenfeuer, gingen aber trotzdem erfolgreich vor, bis auf einmal, durch irgendeine Schlamperei, bei irgendeiner Schwadron „Kehrt“ geblasen wurde, und infolgedessen alles stockte und zurückwich.
Blücher stellte die Ordnung wieder her und erneute den Angriff. Um das Maß der Unordnung vollzumachen, wurde er aber dabei im Rücken von der eigenen Artillerie beschossen, und da war es aus! Die Kavallerie, die sich umzingelt glaubte, wich, und als Blüchers Pferd erschossen wurde und man den General selbst fallen sah, wandte sich alles zur Flucht, und er selbst, auf dem Pferd eines Trompeters nacheilend, wurde vom Strom der Fliehenden mitgerissen. Vergebens stellte er sich mit einer Standarte in der Hand den Leuten entgegen, und bat und beschwor sie, stehenzubleiben, – sie waren nicht zu halten.
Inzwischen waren die Divisionen von Schmettau und Wartensleben rechts und links von der von Auerstedt nach Hassenhausen führenden Chaussee aufmarschiert und zum [pg 157]Angriff vorgegangen, um dem Feind diesen seinen einzigen Stützpunkt diesseits der Saale zu entreißen.
Ihre altgewohnte Taktik aus der friderizianischen Zeit – das Avancieren en échelons –, Bataillonssalven abzugeben und mit dem Bajonett den Rest zu erledigen, kam trotz aller Tapferkeit nicht gegen die neue Kampfart des Gegners auf.
Sie litten entsetzlich im Tirailleurfeuer der behenden Franzosen, deren Kartätschen große Gassen in ihre wie Zielscheiben dastehenden Glieder rissen.
Gleich zu Anfang der Schlacht wurde General Schmettau erschossen. Der Herzog schickte darauf seinen Generalquartiermeister Scharnhorst nach dem linken Flügel, um die Ordnung wiederherzustellen und dort zu befehlen. Als er aber selbst kurz darauf durch die Augen geschossen wurde, da fehlte Scharnhorst, der ja die Befehlsausgabe für das Ganze zu ordnen hatte, an der entscheidenden Stelle, und die Preußen waren ohne Führung.
Feldmarschall Möllendorf war da, war aber schon zu alt und versagte völlig.
Der König war zu unerfahren und auch zu unentschlossen.