„Es wäre Ihm ebenso schlecht gegangen wie bei Seiner ersten Attacke!“
„Die erste Attacke wäre auch gut gegangen, hätte uns die eigene Artillerie nicht mit Kartätschen beworfen! Der Feind war schon erschüttert! Er hatte keine Reserven! Unsere Reserven waren nicht zum Kampf gekommen. Die Schlacht stand schon. Ein kleiner Stoß noch, und sie wandte sich zu unseren Gunsten! Wir hätten Davoust vernichtet und uns freie Bahn in der alten Marschrichtung erkämpft! Majestät wollen’s mir zu Gnaden halten, aber für so etwas habe ich Nase!“
„Und wenn’s doch anders gekommen wäre, als Er denkt, und das wäre gewiß der Fall gewesen – wir hätten nur unnütz das Blut unserer Leute verspritzt!“
„Majestät halten zu Gnaden, aber dazu sind wir alle da! Wenn’s gilt, König und Volk zu retten, ist kein Leben zu teuer!“
Der König schwieg. Eine Weile ritten sie in Gedanken heiter. Er fing schon an zu dunkeln.
Plötzlich hielt der König wieder sein Pferd an und richtete sich straff auf; seine hohe Gestalt zeichnete sich kräftig gegen den Oktoberhimmel ab.
„Nun haben wir ihn!“ dachte Blücher. „Jetzt gibt er klein bei. Jetzt gibt er den Befehl zur Umkehr und läßt uns die Schlacht erneuern!“
Er hatte sich getäuscht.
Der König seufzte nur, blickte ihn dann an und sagte trocken: „Er hätte das Spiel nicht gewonnen, Blücher!“
„Ich habe wohl dann und wann ein Spiel verloren, Majestät – aber noch öfter eins gewonnen! Und das nur, weil ich das Spiel gewagt habe!“