Der König war gleich nach Empfang der Unglücksbotschaft von Jena mit seinem Gefolge weitergeritten. Er nahm den Weg, statt nach Weimar, nordwestlich gen Sömmerda, um von dort nach Sondershausen zu kommen, welchen Ort er als neuen Treffpunkt und Sammelstelle für die Armee angab.

Sein Befehl an die Truppen, ihm dorthin zu folgen, wurde nur von einem Teil befolgt.

Ein großer Teil unter Möllendorf und Oranien war schon dicht vor Weimar angelangt und zog von dort weiter nach Erfurt.

Der König nahm in Sömmerda Quartier und begab sich gleich zur Ruhe. Am folgenden Tag setzten ihm die Generäle zu, er möchte schnellstens vorreisen, um im Hinterlande den Widerstand zu organisieren. Er wäre jetzt da viel nötiger als hier. Er weigerte sich aber standhaft, die Armee zu verlassen.

Blücher schwieg sich anfangs zu der Sache aus. Er überlegte es sich so: Als Heerführer ist der König ebenso unerprobt und unfertig, wie die hohen Generäle untauglich. Ist der Vorteil, die Autorität des Königs im Bedarfsfalle zur Stelle zu haben, größer als der Nachteil, selbst möglicherweise vor ihr zurückweichen zu müssen? Die Sache schien ihm unsicher. Allein würde er am Ende mit den Generälen am besten fertig. Da brauchte er kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Entschlossen setzte auch er dem König zu und brach dessen Widerstand.

In liebenswürdigster Weise bedankte sich der König bei Blücher für dessen umsichtige Führung bei dem gefahrvollen Nachtritt und entband ihn von der Pflicht, ihn weiter zu begleiten, da die Armee seine Kraft anderswo besser benötige. Aber von den roten Husaren nähme er gern die Eskorte für die Weiterfahrt nach Sondershausen an.

Blüchers Augen leuchteten vor Freude, als er das hörte.

Die nötigen Befehle waren schnell gegeben. Aus den Reihen seines stark zusammengeschmolzenen Regiments suchte er selbst die sichersten und erprobtesten Leute aus, und bald zog da eine kleine Schar von fünfzig Husaren vor dem Quartier des Königs auf, unter dem Befehl des Rittmeisters von Wolky, dem des Generals zweiter Sohn, der Leutnant von Blücher, beigegeben war.

Die „Roten“ waren sehr ungehalten über den Rückzug, gerade wo sie die Hoffnung gehabt hatten, gegen den Feind geführt zu werden, und zwar von ihrem Alten selbst, den sie in der Schlacht schmerzlich vermißt hatten.