„Recht tun Sie, Herr Kamerad! Und wäre ich nicht als Adjutant an die Person des Fürsten gebunden, so würde ich es auch so halten. Ich wollte auch nur dartun, daß wir, wenn wir hier kapitulieren müssen, in diese Zwangslage durch den Umstand versetzt worden sind, daß Herr Oberst von Massenbach eine so überaus empfindliche Milz hat.“

Der Kapitän von Tippelskirch lachte.

„Es ist mein Ernst, Kamerad“, sagte der Major. „Mit der Milz ist nicht zu spaßen – mit Massenbachs am allerwenigsten! Wozu das Ding eigentlich da ist, darüber stritten sich von jeher die Gelehrten und streiten sich immer noch. Bei Massenbach ist sie aber ganz bestimmt dazu da, um den guten Oberst zu quälen!“

„Da geschieht ihm nur sein Recht!“

„Sie können überzeugt sein, Herr Kamerad, daß ich ihm noch größere Qualen gönnen würde, wenn wir nur nicht so sehr davon in Mitleidenschaft gezogen würden.“

„Wieso denn?“

„Nun eben weil jenes merkwürdige Klümpchen Fleisch, das man Milz nennt, dem Herrn Massenbach total das Reiten verleidet.“

„Ach so!“

„Kaum sitzt er im Sattel und schlägt ein rascheres Tempo ein, sofort versetzt ihm seine Milz einen Stich, daß er den Atem verliert und nicht weiter kann. Da hilft ihm nichts als der gewöhnliche langsame Trott, oder, am liebsten, daß er im Wagen weiterfahren kann. Galopp oder Trab ist ihm unmöglich auszuhalten. Und dabei soll der Mann rekognoszieren.“

„Wie das ausfällt, läßt sich denken!“