„Kehrt lieber um! Oder, meinetwegen, geht zu den Preußen! Bei uns ist für Euch kein Fortkommen! Das heißt, wenn Ihr vorwärts wollt! Rückwärts reiten wir schon!“
„Halt’s Maul!“ rief der junge Husar ärgerlich. „Und paß auf, was du redest! Wer wird sein eigenes Nest beschmutzen!“
„Ich nicht! Durch mich wurde es nicht beschmutzt! Durch dich auch nicht, obwohl du auch weidlich schimpfst!“
„Ich?!“
„Eben du! Und solange ich dich kenne! Bist Husar, bist ein Reitersmann und hast kein Pferd, wie so viele [pg 20]vom Regiment! Und du kriegst auch keins, wie brav du auch schimpfst! Und – wie schaut’s mit der Montierung aus?“
„Kann ich dafür, daß die Offiziere das Geld für die Ausrüstung am Spieltisch vertun?“
„Nein! Aber du kannst deinen Schnabel halten, statt von deinen Vorgesetzten schlecht zu reden!“
„Wie redest denn du?!“
„Mein Reden ist eines Mannes Rede! Aber du, Lausbub, hast das Maul nicht so weit aufzureißen! Erst etwas mitmachen und dann reden! Ich,“ – der Alte richtete sich auf und schlug sich auf die Brust, „ich war mit bei Narwa, bei Riga, bei Clissow und Holofzin – leider aber auch bei Pultawa! Als Trommlerjunge zog ich aus mit König Karl dem Zwölften, Gott hab’ ihn selig“ – er zog ehrfurchtsvoll den Hut bei Nennung des Königs. „Mit ihm zog ich aus, um den Moskowiter zu verprügeln, und machte das ganze tolle Abenteuer mit bis zum Kalabalik in Bender. Der große Krieg mit dem Moskowiter und dann mit den Polacken, das war der Anfang vom Ende. Dir wünsche ich, daß du den Schluß nicht sehen mußt. Denn er wird uns wenig Ehre bringen!“
Der Wachtposten machte achselzuckend kehrt und fing wieder sein Hin- und Herwandeln an.