An König Louis: Mein Herr Bruder ernennt für meinen Geschmack viel zu viel Marschälle in Holland. Lieber die holländische Armee vermehren!
An König Joseph: Journalisten sind Kokotten! Auch in Napoli! Man hat mit denen bisweilen ein Verhältnis, aber erhöht sie niemals zu legitimen Gattinnen. Er gibt sich zuviel mit ihnen ab! Nicht auf ihren spitzen Federn, auf den Spitzen meiner Bajonette ruht sein Königreich. Den Mob regiert man mit Fußtritten, mit Schmeicheleien nicht!“
„Et la Pologne, ma patrie!“ fuhr er dann halb singend fort. „Constant, hat dir unser guter Fußarzt eine Mitteilung gemacht? Gut. Nachher daran erinnern!“
„La Pologne, ma patrie! – Im ersten Freiheitsrausch in Posen haben mir die Polen alles bewilligt. Und jetzt? Wir sind enttäuscht! Statt der versprochenen hunderttausend Mann nur fünfzehntausend schlecht disziplinierte! Kaum zu gebrauchen! Wir werden uns ihretwegen auch nicht deran[pg 223]gieren! Hier, aus der Nähe gesehen, schaut Polen übrigens ganz anders aus! Seinetwegen werden wir nicht die Kontinente umstürzen!“
Er schwieg einen Augenblick. Dann rief er Berthier, ordnete Truppendislokationen in Italien, am Rhein, in Holland an, gab Orders nach Spandau und Berlin über den Nachschub von Artillerie, Munition und Proviant und fragte, ob nicht endlich vom Grafen Bertrand Nachricht über den Stand der Friedensverhandlungen mit dem preußischen Hauptquartier angekommen wäre.
Und einmal bei Preußen angelangt, rief er Constant zu:
„Was wolltest du mir heute vom General Blücher erzählen?“
Er wartete aber keine Antwort ab, sondern rief den Generaladjutanten, General Dänzel, der in der mordswarmen Temperatur des Badezimmers aussah, als ob er bald seine tapfere Heldenseele aushauchen wollte, und gab ihm den Befehl, noch heute, nach der Parade, den preußischen General zur Audienz zu bringen – oder vielmehr den General Le Camus damit zu betrauen. Denn er, Dänzel, hätte auch anderes zu erledigen!
Dann schickte er sie allesamt zum Teufel bis auf Roustan, schrie nach noch mehr und noch heißerem Wasser, ließ sich begießen, kneten, frottieren und war so vergnügt wie ein Fisch im Wasser!
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