„Sie werden salutieren und sagen: ‚Donnerwetter, ist das ein Kerl!‘“

„Ein Mordshalunke, werden sie sagen!“

„Hoffentlich! Ich werde mich jedenfalls sehr freuen, wenn der Feind möglichst schlecht von Exzellenz spricht! Oder glauben Exzellenz etwa, sie dächten gut von Ihnen?“

„Darum möchte ich die Kerls doch in allem Ernst ersucht haben!“

„Sie machen sich aber trotzdem ihre eigenen Gedanken. Und da ist nun der Whist daran schuld.“

„Wieso!“

„Nun, wenn wir so, wider alle Konvenienz, uns um acht Uhr früh an den Spieltisch setzen und den ganzen Tag dort verbringen, alle Einladungen ausschlagen und bloß spielen, spielen, spielen – wenn unsere französischen Wirte den General Blücher fluchen und immer mehr fluchen hören, da nimmt’s einen nicht wunder, wenn sie einmal fragen: ‚Mein Herr, Sie rupfen wohl den alten Herrn bis auf die Knochen? Le général de Bluquaire soll doch ein eingefleischter Spieler sein? Man sagt, er hat sein ganzes Vermögen verspielt?‘ Und das fragen sie dann in einem mitleidigen Ton und mit einem vielsagenden Blick, als warteten sie nur auf ein Wort des Einverständnisses, um gleich Geld anzubieten – großes Geld, dafür, daß wir ihnen den Frieden vermitteln.“

Blücher legte die Karten aus der Hand.

„Ich will nicht hoffen, Eisenhart,“ sagte er ernst, „daß Er einen solchen Antrag an mich übernommen hat, oder daß das, was Er mir jetzt sagt, ein Vorfühler sein soll, ob ich für Geld zu haben wäre! Denn dann müßte er darauf gefaßt sein, von mir über den Haufen geschossen zu werden!“

„Das wäre auch verdient, Exzellenz. Und ich habe auch dem Herrn, der da glaubte, mir so den Puls fühlen zu [pg 228]dürfen, mit keiner Miene gezeigt, daß ich für derartige Zumutungen irgendwelches Verständnis hätte. Ich erzähle es auch jetzt nur, um Exzellenz zu zeigen, wie der Feind sich doch selbst seine Gedanken macht und glaubt, was er will, wie anständig man sich auch benimmt! Denn das ist ihm gänzlich gleichgültig! Je mehr er flucht und je mehr er schimpft, um so besser! Das zeugt nur davon, daß unsere Hiebe sitzen!“