Die ward ihm auch sogleich und in der liebenswürdigsten Weise zuteil.

Außerdem die Mitteilung: der General Le Camus ließe sich bestens empfehlen, und er würde sich die Ehre geben, den Generalleutnant von Blücher zu der und der Zeit abzuholen, um ihn persönlich von hier nach dem Schlosse Finkenstein zu geleiten, wohin der Kaiser Napoleon ihn heute zur Audienz befohlen hätte.

Blücher antwortete, er würde sich die Ehre geben. Er wäre bereit, und er ließe dem General Le Camus seine besten Grüße übermitteln. Worauf er dem Rittmeister Eisenhart die Hand gab und sagte: „Pfalzgraf, verlasse Er sich darauf: es bleibt dabei, bei dem Husarenstreich!“

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Napoleon war eben von einer Besichtigung des Leibregiments der Kaiserin zurückgekehrt und ließ sich vom Generaldirektor der Museen, Monsieur Denon, über die in den Museen Kassels und Berlins „gefundenen“ Kunstwerke Be[pg 230]richt erstatten, als man ihm die Ankunft des Generals von Blücher meldete.

Er gab Denon noch einige Instruktionen für seine bevorstehende Entdeckungsreise nach Warschau, wo auch für Rechnung des „Musée Napoléon“ Schätze zu heben waren, genehmigte die vorgeschlagenen „Enteignungen“, entließ huldvollst seinen talentvollen Miträuber und befahl, den General vorzulassen.

Er wolle ihn ohne Zeugen sprechen, bedürfe auch eines Dolmetschers nicht!

Sein Generalstabschef, Berthier, holte dann Blücher ab, bestätigte ihm im Namen Napoleons die mit dem Rittmeister von Eisenhart vereinbarten Friedensbedingungen, die Blücher dem König von Preußen überbringen sollte, geleitete ihn dann durch alle Zimmer bis zur Tür des kaiserlichen Arbeitskabinetts und verabschiedete sich dort von ihm.

Die Tür öffnete sich, und die beiden Gegner standen einander zum ersten Male persönlich gegenüber.

Blücher lang und stattlich mit weißen Haaren und frischem, lebenssprühendem Gesicht – der Kaiser klein, blaß, energisch, lebhaft, ohne einen weißen Faden im kastanienbraunen Haar – Blücher in seiner roten Husarenuniform, die Mütze mit dem Totenschädel auf dem Arm – der Kaiser in seiner grünen Gardejägeruniform mit den weißen Aufschlägen und dem Stern der Ehrenlegion in Gold gestickt, den schwarzen, dreieckigen Hut in der Linken.