Diese offene Kampfansage wollte Blücher wenigstens dem Franzosen mit nach Hause geben. Sie sollten da nicht eine Sekunde länger als nötig glauben dürfen, daß er auch nur das geringste für ihr „patrie“ übrig hätte!

An seine Begegnung mit dem Kaiser dachte er aber mit vielem Interesse zurück.

Er staunte Napoleon an wie eine seltsame Naturerscheinung, die mit seiner eigenen Welt wenig Zusammenhang hatte.

Napoleons lebhaftes Sprühen, sein eindringliches Drauflosagieren hatte ihn nicht darüber zu täuschen vermocht, daß er im Kaiser vor allem eine maßlose Energie und einen konzentrierten, kalten und klaren Verstand vor sich hatte, dem keine Grenzen gesetzt waren außer der einen, hinter der Gefühl und alles mitreißendes Temperament allein geboten.

Und da war er, Blücher, wiederum zu Hause und wurzelte drin mit seiner ganzen Persönlichkeit, und konnte seinerseits auch nicht über die Grenze hinaus.

Sie waren eben zwei einander völlig fremde Welten aus verschiedenartiger Materie, vom Zufall für einen Augenblick zusammengeschleudert, sausten aneinander vorbei, machten viel und gewaltiges Geräusch und spien Feuer und Funken und Flammen gegeneinander, jede nach ihrer Art und ohne bei der anderen zünden zu können. Und sausten dann, jede in ihrer Richtung, weiter und überließen es dem Zufall, wieder einen Zusammenprall herbeizuführen und zu entscheiden, welche von ihnen wohl dann die andere aus der Bahn schleudern würde.

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Blücher stand vor seinem Herrn und König und freute sich ungemein, denn er wurde hier, im preußischen Hauptquartier zu Bartenstein, mit lauter guten Neuigkeiten empfangen.

Die Kabinettsregierung war beseitigt, Lombard entlassen, Beyme fallfertig und Blüchers über alles geschätzter Freund Hardenberg seit gestern Staatsminister und Leiter der gesamten Politik.

Fehlte nur noch Stein, der in Ungnade Entlassene, und sein Glück wäre vollständig gewesen.