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Zwischen den Schlachten

Im Schlosse zu Königsberg saß, brav und bieder, Blücher am Teetisch der Königin Luise und zupfte Scharpie. Er brummte wohl leise in den Bart, schmunzelte aber dabei und gab sich nach Möglichkeit den Anschein, als sei dies Werk der Liebe und nicht das rauhe Handwerk des Krieges so recht nach seinem Sinn.

Er zupfte einen Faden – er zupfte zwei und legte sie behutsam vor sich auf den Tisch.

Wären es Karten gewesen, sie wären schon anders dahergekommen!

Der dritte Faden flog auch bei dem Gedanken mit ganz anderem Schwung aus der Hand und kam mit einem leichten Schlag auf die Platte.

Die Königin blickte von ihrer Arbeit auf und lächelte unfreiwillig.

Blücher lächelte zurück, und sein Gesicht strahlte in gläubiger Verehrung und inbrünstiger Anbetung.

Denn um die schöne Königin herum tauchten vor seiner Phantasie plötzlich all die Holden auf, denen seines langen Lebens Minnedienst gegolten hatte.

Heilige waren das wohl nicht gewesen! Er hatte aber auf den Knien vor ihnen gelegen und hatte sie gläubig angebetet! Und aus der Erinnerung seliger Stunden lächelten sie ihm noch heute ihren Dank zu, weil er es verstanden hatte, ein wenig Sturm in ihre Stille zu bringen!