Es war ein heißer Sommertag. Der Roggen blühte, die Ähren standen dicht und steif über den Feldern am Memelfluß.

Hier und dort stieg eine leichte Wolke feinen Samenstaubs in die Luft, schwebte in niedriger Höhe über den Feldern und senkte sich wieder.

Kein Blatt bewegte sich.

Inmitten eines Feldes, unweit vom Fluß, rieselte eine leichte Bewegung durch die Ähren und pflanzte sich im Zickzack quer durchs Feld fort bis zum Grabenrand.

Und da kam – eine Maus heraus, blickte sich scheu nach allen Seiten um und lief dann im Grase weiter dem Fluß zu. Aber nicht vorsichtig genug, um unbemerkt zu bleiben.

Der scharfe Blick eines Bussards, der hoch oben in den Lüften seine Kreise zog, hatte die Bewegung in den Ähren erspäht. Kaum hatte die Maus den schützenden Strohwald verlassen, so schoß er pfeilschnell hinunter, packte sie und schwang sich hoch über dem Fluß in die Höhe, seinen Raub in den Krallen.

Ein Schuß – ein krampfhaftes Schlagen mit den Flügeln – die Krallen ließen ihre Beute los – ein kurzes hilfloses Flattern, und dann stürzte der Räuber schwer getroffen zu Boden.

Sein Opfer aber schwamm gerettet unten im Fluß auf das nächste Ziel zu – ein mächtiges Floß, das mitten im Wasser verankert lag.

Von keinem bemerkt, erreichte die Maus die rettenden Planken, kroch aus dem Naß herauf, lief rasch über das Floß auf einen daraufstehenden Pavillon zu, schlüpfte unter den Vorhängen hinein und verschwand.

Es war kein gewöhnliches Floß, auf dem die Maus so unverhofft gelandet war.